Halle l „Ein so wunderbarer Mensch, der mir mein ganzes Berufsleben wichtig und teuer war“, sagt der Intendant des Neuen Theaters in Halle, Matthias Brenner, über seinen vor wenigen Tagen verstorbenen Kollegen. Brenner hatte während einer Aufführung am Wochenende vom Tod Wolfgang Winklers erfahren.

„Ich habe meinen ersten Drehtag als Student in einem DEFA-Spielfilm mit ihm als Partner erleben dürfen und vor vier Jahren stand er als Wladimir in meiner Inszenierung „Warten auf Godot“ hier in Halle im Neuen Theater gemeinsam mit Reinhard Straube, Jaecki Schwarz, Hilmar Eichhorn und Axel Gärtner in voller komödiantischer Kraft auf der Bühne“, so Brenner. „Ich bin mit meinen Gedanken bei seiner wunderbaren Frau, seiner Familie, bei seinen Freunden und Kollegen! Ich sage ihm danke und werde ihn niemals vergessen“, schrieb Brenner in den sozialen Ntzwerken.

Vor allem mit Jaecki Schwarz war Wolfgang Winkler einem Millionenpublikum bekannt geworden. Als Kommissar Herbert Schneider hatte Winkler in 50 Episoden des „Polizeiruf 110“ mitgespielt - und vor allem in Halle und Umgebung ermittelt. Auch am Theater in Halle hatte Winkler viele Jahre verbracht. Geboren wurde Wolfgang Winkler 1943 im sächsischen Görlitz und begann nach der Schule zunächst eine Ausbildung als Lokführer, bis er später an der Filmhochschule in Babelsberg studierte. Theater spielte Winkler vor allem in Görlitz und Halle - wirklich bekannt wurde er aber ab Mitte der 90er Jahre durch seine sympathische Ermittler-Rolle im Polizeiruf - und blieb so Sachsen-Anhalt beruflich treu.„Erst einmal war meine Figur des Herbert Schneider ein nicht unwesentlicher Teil als Absicherung meines Schauspieler-Lebens. Drei Filme pro Jahr, sicher in der Tasche, das ist heutzutage immens. Der Rest, wie die Theater-Engagements, waren ein Zusatz und natürlich schön“, hatte Winkler in einem Interview anlässlich seines 70. Geburtstages gesagt. Und über seinen langjährigen Schauspieler-Kollegen Jaecki Schwarz: „Und mit Jaecki – da wurde aus Kollegialität dann Freundschaft. Aber das hört ja nicht auf! Wir werden immer wieder miteinander verbunden sein.“

Was Wolfgang Winkler bei Kollegen und Publikum beliebt machte - seine im Vergleich zu anderen Schaupielern unaufgeregte Bescheidenheit. Er selbst sagte von sich, er gehöre höchstens zu den B-Promis im Land. Seine Art übertrug sich auch auf die Rolle des Herbert Schneiders: „Er trifft den Ton, er ist immer normal, er ist nie artifiziell“, hatte Winkler seinen Kommissar einmal charakterisiert.

„Ich habe Wolfgang Winkler als grandiosen Polizeikommissar Schneider in Erinnerung. Als Halle noch als Krimihauptstadt in Mitteldeutschland glänzen konnte“, so Bildungsminister und Hallenser Marco Tullner (CDU). „Mit ihm ist ein großer, Halle verbundener Volksschauspieler gegangen. Danke für die schönen Filmstunden.“

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) würdigte Wolfgang Winkler: „Der Tod von Wolfgang Winkler macht mich sehr traurig“, so Wiegand. In 50 Folgen der beliebten Krimireihe „Polizeiruf 110“ sei Winkler zu einem wichtigen Halle-Botschafter geworden. „Der Saalestadt verbunden war er bereits lange zuvor: Von 1967 bis 1986 war er am damaligen Landestheater Halle engagiert. Auch seinen 65. Geburtstag hatte er noch groß mit Bühnenfreunden vom neuen theater in der Saalestadt gefeiert“, sagte Wiegand der Volksstimme. In einem Zeitungsinterview habe Winkler einmal gesagt: Ohne in größere Sphären vorzudringen, bin ich ein ganz normaler Mensch geworden. „Die Hallenser haben ihn auch für diese Bescheidenheit immer sehr gemocht“, so Wiegand.