Magdeburg l Die Stadt Magdeburg möchte künftig enger mit den Kreisen im Umland kooperieren und gemeinsame Aktionen zur Vermarktung der Region im kulturellen Bereich schaffen. Ziel ist eine Kulturregion Magdeburg und Umgebung. Das berichtete Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche während der Sitzung des jüngsten Kulturausschusses.

Ende Februar 2020 hatte es dazu bereits eine Regionalkonferenz gegeben. Während der Sitzung wurden auch erste Anknüpfungspunkte entwickelt. Sechs Projekte wurden entwickelt und vorgestellt. Für die Umsetzung der Ideen sollen nun nach und nach Drucksachen von der Verwaltung erarbeitet werden, die dann in den Stadtrat eingebracht werden sollen. Der Stadtrat kann dann darüber entscheiden. Zuvor werden die entwickelten Projekt noch mit den Landkreisen vertieft. Und das sind die sechs Kernprojekte:

1. Kultur- und Bildungsführer: Stadt und Umland wollen zusammen einen Kultur- und Bildungsführer aufbauen. Dieser soll über das Internet veröffentlicht werden, so dass Interessenten einen schnellen Überblick darüber bekommen, was im Umland los ist und welche kulturellen und Bildungsangebote im Umland zu finden sind.

2. Kreative Zukunftsorte auf der Route der Industriekultur: Die Stadt Magdeburg ist ein Ort mit Industriegeschichte. Vielerorts, vor allem in Buckau, werden ehemalige Industriestätten umgenutzt. Dort haben sich auch Kreative und Künstler angesiedelt. Doch auch im Umland gibt es interessante Orte der Industriegeschichte, etwa alte Bahnhöfe. Diese sollen im Rahmen der angestrebten Zusammenarbeit zu neuen Kreativlaboren entwickelt werden.

3. Regionalmarken: Über die Stadtgrenzen von Magdeburg hinaus sollen Regionalmarken entwickelt und Märkte ausgebaut werden, damit die Region insgesamt besser vorankommt. Auch hier sollen Online-Angebote geschaffen werden, über die die entsprechenden Regionalmarken auch bekannt gemacht werden können.

4. Regionales Bauen: Auch die Baubranche ist eine für eine mögliche Zusammenarbeit und gemeinsame Vermarktung. Dieses Themengebiet ist unter der Kategorie „Regionales Bauen 2020 in Stadt und Land“ zusammengefasst.

5. Grüne blühende Kulturregion: Auch im Bereich Natur und Kultur werden Kooperationen angestrebt. Bei der Messe „Gartenträume“ auf Schloss Hundisburg funktioniere das bereits recht gut, sagte Nitsche. Hier sehen die Beteiligten weiteres Potenzial für eine Zusammenarbeit.

6. Förderservice für Kulturschaffende: Mit einem Förderservice für Kulturschaffende, auch Einzelkämpfer, sollen Existenzgründungen im Kultur- und Kreativbereich unterstützt werden, kündigt Nitsche einen weiteren Schwerpunkt der Zusammenarbeit an.

Einige der Themengebiete sollen auch in die Kulturhauptstadtbewerbung der Stadt Magdeburg einfließen. Derzeit arbeiten die Initiatoren am zweiten Bewerbungsbuch. Dieses soll bis zum Sommer 2020 fertiggestellt sein und wird erneut von einer Jury geprüft. Die Stadt Magdeburg hatte es unter die fünf Finalisten für die zweite Runde des Auswahlverfahrens geschafft. Die Entscheidung, ob Magdeburg den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 erhält, soll im Herbst dieses Jahres fallen. Bis Ende des Jahres würde die formelle Ernennung erfolgen. Von 2021 bis 2024 können dann Projekte und Veranstaltungen für das Kulturhauptstadt-Jahr 2025 entwickelt werden. Die Stadt Magdeburg arbeitet bereits seit Jahren daran, den Titel zu bekommen.