Jerusalem (dpa) - Israelische Archäologen haben in Jerusalem ein rund 2500 Jahre altes Gesichtsrelief aus Ton gefunden. Die Forscher ordneten das Bruchstück eines Tongefäßes der persischen Kultur zu, wie die israelische Altertumsbehörde am Mittwoch mitteilte. Das Fundstück erinnert an eine Maske, weshalb der Zeitpunkt der Veröffentlichung gut zum Beginn des jüdischen Karnevalsfests Purim passte.

Auf dem Bruchstück, das bei Ausgrabungen in Jerusalem gefunden wurde, ist ein menschliches Gesicht mit weit aufgerissenen Augen, der Nase und dem Ansatz des Mundes zu sehen. Die Forscher datieren es zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert vor Christus.

Das Gesicht soll den Forschern zufolge die Gottheit Bes darstellen, die ihre Wurzeln in der ägyptischen Mythologie hat. Bes sei als Beschützer des Heims, der Mütter und Kinder verehrt worden sowie als Gottheit der Musik und des Tanzes. Seine Abbildungen zierten oft Häuser, Tongefäße oder Amulette. Meist ist er als Zwerg mit Bart und langem Gesicht dargestellt, oft mit hervortretenden Augen und herausgestreckter Zunge. Diese groteske Darstellung sollte den Forschern zufolge böse Geister fernhalten.

Ähnliche Darstellungen wurden laut der Mitteilung bereits in anderen antiken persischen Siedlungen gefunden. In Jerusalem sei es aber der erste Fund dieser Art.