Magdeburg/Burg/Genthin l Gleiche Bezahlung für gleiche Anforderungen: Das forderten rund 800 Teilnehmer am Donnerstag bei einer Kundgebung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Sachsen-Anhalt. Ab 16 Uhr hatte diese zu einer Kundgebung auf dem Vorplatz des Doms in Magdeburg geladen. Auch Ingo Doßmann, Vorsitzender der GEW Jerichower Land, half mit, die symbolischen Mauern, die die Pädagogen aus Pappkartons aufbauten, einzureißen.

Unterschied sei nicht hinnehmbar

„Mein Traum ist es, dass Lehrer aller Schulformen, unabhängig von ihrer Ausbildung, unabhängig ob in West oder Ost studiert, unabhängig ob DDR-Lehrer oder Nachwende ausgebildet die gleiche Bezahlung bekommen“, so Doßmann in Anlehnung an die berühmte Rede „I have a dream“ von Martin Luther King.

Inklusion, fachfremder Unterricht, Deutsch als Fremdsprache – all das betreffe auch die Pädagogen an den Grundschulen. Auch deshalb sei der Tarifunterschied nicht hinnehmbar, betonte der Leiter der Grundschule Stadtmitte in Genthin.

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Vertreter der Kenia-Koalition vor Ort

Bei der Kundgebung waren auch Vertreter der hiesigen Kenia-Koalition, darunter Wolfgang Aldag (Bündnis 90/Die Grünen), Angela Gorr (CDU) und Prof Angela Kolb-Janssen (SPD). Alle Vertreter zeigten Verständnis, verwiesen aber auf die leeren Landeskassen.

Auch Bildungsminister Marco Tullner (CDU) argumentierte mit fehlenden finanziellen Mitteln. Zusätzlich betonte er, dass die Forderungen zwar nachvollziehbar seien, jedoch derzeit die Einstellung von Lehrkräften, die Absicherung des Bedarfs an Pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die finanzielle Sicherung Schulsozialarbeit Priorität hätten.

Für Ingo Doßmann und die Lehrkräfte, die mit ihm aus dem Jerichower Land angereist waren, schwer verständlich. Auch die rund 800 Teilnehmer quittierten diese Aussagen mit lauten Buh-Rufen.

Tarifliche Unterschiede

Nach derzeitigem Stand werden die Grunschullehrer je nach Bundesland in die Besoldungsgruppe E11 oder E13 eingestuft. Das bedeutet je nach Berufserfahrung rund 500 Euro Lohnunterschied. Länder wie Sachsen haben hier bereits nachjustiert und die Tarife angeglichen. Außerdem handele es sich hier auch um Diskriminierung, so argumentiert die GEW, da besonders häufig Frauen an Grundschulen lehrten. Somit sei die Eingruppierung in die verschiedenen Tarife laut einem Rechtsgutachten der GEW Sachsen-Anhalt auch als Frauendiskiminierung anzusehen.