New York (dpa) - Die Konkurrenz der Sehenswürdigkeiten in New York ist groß, aber zwischen all den spektakulären Attraktionen mit weltbekannten Namen hat sich ein kleines Schmuckkästchen einen Stammplatz erobert: die Frick Collection.

Es handelt sich dabei um ein Museum für Kunst von der Renaissance bis zum 19. Jahrhundert und das Haus platziert sich stets unter den zehn am besten bewerteten Sehenswürdigkeiten beim Online-Reisedienst TripAdvisor - zwar hinter Central Park und Broadway, aber vor Freiheitsstatue, Rockefeller Center und Radio City Music Hall. Von den Museen kann derzeit nur das Metropolitan vor der Frick Collection landen. Wundervolle Kunst und alleine das Gebäude ist einen Besuch wert, heißt es in den Bewertungen der Frick Collection, ein Besucher schwärmt, das Museum sei ein Juwel.

Trotzdem gilt die Ausstellungshalle, die am Mittwoch (16. Dezember) 80 Jahre alt wird, weiter als Geheimtipp. Rund 400 000 Menschen besuchen das Museum an der noblen Upper East Side pro Jahr - ein Bruchteil der mehr als sechs Millionen im allerdings auch deutlich größeren Metropolitan Museum um die Ecke. Den Geburtstag feiert die Frick Collection mit kostenlosen Führungen und Vorträgen. Außerdem entfällt an dem Tag der Eintrittspreis von normalerweise happigen 20 Dollar (etwa 18 Euro) und jeder Besucher darf so viel oder so wenig zahlen, wie er mag.

Das Besondere an dem Museum sind einerseits die ausgestellten Meisterwerke von Künstlern wie Giovanni Bellini, Francisco de Goya, El Greco, Rembrandt, Auguste Renoir, William Turner und Jan Vermeer. 2013 hatte eine Sonderausstellung, in der unter anderem Vermeers berühmtes Mädchen mit dem Perlenohrgehänge zu sehen war, für Furore gesorgt. Andererseits zieht aber auch das Gebäude Besucher an. Der Stahl-Magnat Henry Clay Frick (1849-1919) hatte die Villa zwischen 1912 und 1914 direkt am Central Park errichten lassen, sie nimmt inklusive Garten fast einen ganzen Häuserblock ein. Nach dem Tod von Frick und seiner Ehefrau Adelaide wurden Haus und Kunstsammlung zum Museum umgewandelt, das 1935 eröffnete.

Aber genau dieses Gebäude und vor allem ein kleiner Garten, den die New York Times einst eines dieser Mini-Wunder des täglichen Lebens in dieser Stadt nannte, sorgen rund um die Jubiläumsfeierlichkeiten für Streit. Wie viele andere Museen der Millionenmetropole hatte auch das Frick expandieren wollen. Ein Anbau werde die Ausstellungsfläche verdreifachen, der Garten werde dafür überbaut, hatte das Museum Mitte 2014 angekündigt. Wir sind regelmäßig ausverkauft und müssen Leute wegschicken, hatte Direktor Ian Wardropper den Plan begründet.

Aber Nachbarn und Architekturliebhaber liefen Sturm - und das Museum musste seinen groß angekündigten Plan in diesem Sommer kleinlaut zurückziehen. Es ist uns einfach klar geworden, dass es nicht funktionieren wird, sagte ein Sprecher der New York Times. Ganz aufgeben will die Ausstellungshalle ihre Pläne nicht - aber die Planungen müssen wohl noch einmal ganz von vorne anfangen. Es gab einfach sehr viel Protest und wir haben ihn gehört. Wir werden jetzt zurück auf Anfang gehen und unsere Prioritäten ordnen.

Webseite der Frick Collection