St Albans (dpa) - Einst zerstörte Wandgemälde aus dem 13. Jahrhundert erstrahlen in der englischen Kathedrale St Albans wieder wie neu - dank moderner Technik aus dem 21. Jahrhundert.

Mit Hilfe einer Lichtinstallation können Besucher nachvollziehen, wie die vier Bilder, die unter anderem die Heilige Zita und den früheren Erzbischof von Canterbury, Thomas Becket, zeigen, einst ausgesehen haben könnten. Dazu werden die vermuteten Originalfarben mit modernen Leuchtern auf die Überreste der Gemälde projiziert.

"Wir wollten schon lange den Schleier der Zeit lüften", sagte Dekan Jeffrey John einer Mitteilung zufolge. Dank der Installation "können wir verstehen, warum Pilger im Mittelalter in Erstaunen auf die Knie gesunken sein sollen".

Die Gemälde waren übertüncht worden, nachdem König Henry VIII. in der Englischen Revolution (1536-1541) die Klöster aufgelöst hatte. Nun fotografierten Wissenschaftler die Bilder mit hochauflösenden Kameras und recherchierten anhand von Beispielen aus der Kathedrale und anderen mittelalterlichen Dokumenten, welche Farben genutzt worden sein könnten.

"Das Illuminationsprojekt ist ein Beispiel für andere Kirchen mit fragmentarischen, beschädigten und zerstörten Wandgemälden, wie diese wieder zum Leben erweckt werden können", sagte der Mittelalter-Experte Michael A. Michael von der Universität Glasgow.

Die Kathedrale in der Stadt St Albans, rund 35 Kilometer nordwestlich von London, gilt als herausragendes Beispiel normannischer Baukunst in England. Sie ist berühmt für ihr charakteristisches, langgestrecktes Kirchenschiff sowie den Schrein des Heiligen Alban, des ersten christlichen Märtyrers in England. Die Abtei war vor mehr als 1200 Jahren zu seinen Ehren gegründet worden.

   

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