Fragen über Fragen

Außer bei einer rhetorischen Frage, beabsichtigt der Fragende, eine Antwort zu bekommen und seine Wissenslücke zu stopfen. Ob durch eine direkte Frage, die mit einem Fragezeichen endet oder durch eine indirekte Frage, mit der man äußert, dass man etwas gern erfahren würde - der Fragende hofft stets auf Antwort. Schon in dem Lied der Sesamstraße hieß es "wer nicht fragt, bleibt dumm" und, dass man manchmal fragen muss, um Sachen zu verstehen.

Was wäre die Welt und die Menschheit daher, wenn man nichts fragen dürfte? Ein Haufen ahnungsloser umherirrender Wesen? Oder geht es auch ohne Fragen? Ohne Fragen bekommt man keine Antworten. Die Wissenslücke bleibt. Es sei denn, man macht sich daran, die Frage selbst zu erforschen. Man versucht einfach, Dinge herauszufinden, ohne dass man Jemanden fragen muss. Doch nicht alles kann man selbst herausfinden. Man ist ja selbst nicht für alles der Profi. Woher soll man zum Beispiel wissen, welche Krankheit man hat, wenn der Doktor nicht gefragt werden darf? Wer stellt fest, was genau am Auto defekt ist, wenn man niemanden fragen darf? Oder geht es auch ohne die Frage? "Hallo Herr XY, mein Auto ist kaputt. Bitte reparieren Sie es." oder "Herr Doktor, bitte finden Sie heraus, welche Krankheit ich habe.". Für manche Fragen kann man einfach Bitten einsetzen und die Frage umschreiben. Man braucht nicht immer die W-Wörter um Antworten zu bekommen.

Doch eine Welt ohne Fragen würde schon für die Kleinsten im Desaster enden. Wie lieben die Erwachsenen doch die Warum-Fragen der Kinder. Warum ist das so? Ohne die Fragen könnten die Kinder die Welt weniger gut verstehen, würden vielleicht viele Erfahrungen selbst machen, aber im Großen und Ganzen viele Wissenslücken erst sehr spät lösen können. Auch Heranwachsende haben viele Fragen. Zur Entwicklung des Körpers, zur Liebe zum Sein. All diese Fragen, die früher besprochen wurden, werden heute beschrieben. Mit den Freunden im Chatroom oder durch das Lesen von Jugendmagazinen. Aber beim Frage spielt die Form keine Rolle, ob im gesprochen oder geschrieben ist egal, Hauptsache man stellt die Fragen (zum Beispiel auf gutefrage.net).

Auch an sich selbst stellt jeder Mensch viele Fragen. "Wie will ich sein?", "Wo will ich hin?", "Was passt zu mir?" und unzählige mehr. Dadurch, dass man sich selbst immer wieder hinterfragt, bildet man seine Persönlichkeit aus. Nicht das was andere Menschen sagen, muss man tun, sondern das, was man selbst für das Richtige hält. Bei der Beantwortung von Fragen über das eigene Ich, antworten meistens zwei Parts, das Gehirn und der Bauch. Nicht selten spricht man von "Bauchentscheidungen" und "Kopfentscheidungen". Auf was man schlussendlich hört, ist Jedem selbst überlassen, aber eine Antwort wird immer gefunden.

Ist man einmal aus dem Gröbsten heraus, kommt man bis zum Alter damit hin, sich selbst Fragen zu beantworten oder sich darum zu bemühen, Antworten selbst herauszufinden. Im Alter bekommt das Fragen jedoch eine ganz anderen Rolle. Jene, die es im Kindesalter auch schon einmal hatte. Das Fragen wird gleichzeitig zu einer Bitte. Man fragt einen anderen Menschen, ob er einem helfen kann. Was für Kinder selbstverständlich ist, wird für die Älteren zur Herausforderung. "Ich will jetzt nicht schon wieder Jemanden fragen", das hört man oft. Man will mit der Frage keinem zur Last fallen. Umso wichtiger ist es, dass auch jene Fragen um eine Bitte gestellt und beantwortet werden. Denn hier heißt Antworten gleichzeitig helfen.

Und was passiert, wenn keiner die Antwort kennt? Nur wenige Fragen bleiben unbeantwortet, fast alles lässt sich erklären. Es ist wichtig, dass Fragen beantwortet werden, da jede geschlossene Wissenslücke automatisch mehr Intelligenz und Ruhe bringt. Was man hat, hat man. Darüber braucht man sich keine Gedanken mehr machen. Und was gibt es Schlimmeres, als unbeantwortete Fragen. Der Fragende leidet unter dieser Situation manchmal mehr als man denkt. Kopfzerbrechen, Schlafmangel, Konzentrationsstörungen - all das kann auftreten, wenn nur eine kleine Frage nicht beantwortet wird.

Das Fragen ist so alltäglich wie Luft holen, doch steckt viel mehr dahinter, als man manchmal denkt. Fragen brauchen Antworten und man sollte sie sich nicht verkneifen.