Prävention

Herzprobleme in Familie bei Kinderärztin ansprechen

Herzprobleme können genetisch begünstigt sein. Deshalb sollten Ärztinnen und Ärzte von möglichen Vorbelastungen in der Familie wissen, rät ein Kinderkardiologe.

Von dpa
Gab es in der Familie frühe Herzinfarkte, sollte die Kinderärztin davon wissen.
Gab es in der Familie frühe Herzinfarkte, sollte die Kinderärztin davon wissen. Bodo Marks/dpa-tmn

Köln - Haben Familienangehörige früh im Leben einen Herzinfarkt gehabt, sollten Eltern der Kinderärztin oder dem Kinderarzt davon erzählen. Gleiches gilt, wenn bekannt ist, dass Angehörige einen hohen Cholesterinspiegel haben oder frühzeitig einen Herzschrittmacher bekommen haben. Das rät der Kinderarzt und Kinderkardiologe Hermann Josef Kahl.

Eine Familiengeschichte von Herzinfarkten vor dem 60. Lebensjahr könne durch eine familiäre Hypercholesterinämie bedingt sein. Das sei eine genetische Störung, die mit einem hohen Cholesterinspiegel einhergehe, erläutert der Experte vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Wird diese frühzeitig erkannt und werden rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen ergriffen, könne das Risiko für Herzprobleme in jungen Jahren deutlich verringert werden.

Darum sollte bei einem bestehenden familiären Risiko schon im Kleinkindalter vorbeugend gescreent werden, rät Kahl.

Herzfehler meist nach Geburt entdeckt

Ein Herzfehler kann auch angeboren sein. Nach Angaben des Verbandes kommen in Deutschland pro Jahr mehr als 6500 Kinder damit auf die Welt. Meist werden Herzprobleme bereits bei den Untersuchungen kurz nach der Geburt festgestellt. In seltenen Fällen zeigen sie sich aber später, zum Beispiel durch Brustschmerzen, Schwindel und Ohnmachtsanfälle, insbesondere bei sportlichen Aktivitäten.

Kahls Rat: Treten solche Schwächeanfälle in Verbindung mit Anstrengung auf, sollte das Kind solange mit dem Training pausieren, bis geklärt ist, ob ein Herzfehler vorliegt.

Bei Babys können blau verfärbte Lippen, obwohl es warm ist, ein Anzeichen für eine nicht erkannte Herzerkrankung sein. Auch wenn ein Säugling plötzlich viel länger als sonst fürs Trinken braucht, kann das bedeuten, dass es ihn ungewöhnlich viel Kraft kostet, so der Verband. Solche Beobachtungen klärt man im Zweifel lieber ab. (www.kinderaerzte-im-netz.de)