Athen (dpa) - Zum Ende der Feierlichkeiten rund um Weihnachten sind in Griechenland und Zypern zahlreiche Menschen ins Wasser gesprungen. Priester und Gläubige gingen bei dem Zeremoniell am Tag der Epiphanie zum nächstgelegenen Gewässer.

Die höchstrangigen Priester warfen dann ein Kreuz ins kühle Nass. Damit wird die Taufe Jesu im Jordan symbolisiert. Überwiegend junge Leute sprangen ins Wasser, um das Kreuz zu holen. Wer als Erster rankam, soll der Tradition nach im neuen Jahr gesund sein und auch viel Glück haben. Das griechische Fernsehen (ERT) übertrug die Feiern. Der Brauch ist sowohl mit christlichen als auch mit heidnischen Traditionen verbunden: Solange das Christuskind nicht getauft ist, ziehen wilde, dreckige und stinkende Kobolde (auf griechisch: Kalikántzaroi) aus der Unterwelt durch das Land. Die schwarz behaarten Monster mit funkelnden roten Augen - halb Mensch, halb Ziege - verunreinigen alles Essbare und ärgern die Menschen, indem sie ihnen bösen Streiche in der Dunkelheit spielen. Nach der Feier der Taufe Jesu gelten das Wasser und die Erde als gesegnet und gereinigt. Die Kobolde kehren zurück in die Unterwelt - und dann kann das Jahr weitergehen.

Auch in Bulgarien gab es am Dreikönigstag religiöse Zeremonien: Dort sangen und musizierten die Gläubigen etwa im eisigen Wasser des Tundscha-Flusses.

Griechisches Fernsehen