Wie Pflanzen verzaubern

Einen Duftgarten anlegen

Der Duft einer Pflanze kann Erinnerungen hervorrufen, unsere Wahrnehmung beeinflussen, aber auch Insekten anlocken und Fraßfeinde abhalten. Tipps, wie und womit Sie einen Duftgarten anlegen können.

Von Dorothée Waechter, dpa
Ein Erlebnis für die Sinne, wenn Blüten nicht nur schön aussehen, sondern auch herrlich duften.
Ein Erlebnis für die Sinne, wenn Blüten nicht nur schön aussehen, sondern auch herrlich duften. Christin Klose/dpa-tmn

Illertissen - Mancher Garten bleibt über viele Jahre im Gedächtnis - nicht nur wegen seiner Farben und Blüten, sondern vielmehr wegen seiner feinen Düfte.

„Das Parfüm von Pflanzen setzt sich tief im Erinnerungsvermögen fest“, erklärt Dieter Gaissmayer, Vorstand des Museums für Gartenkultur in Illertissen. Zumal Düfte uns selbst mit geschlossenen Augen überwältigen können.

„Ein Garten, der mit Düften gestaltet und komponiert wird, bringt uns einen ganz anderen Zugang zu der Fläche“, so der Staudengärtner. Dies sei eine reizvolle, aber auch herausfordernde Dimension bei der Verwendung von Pflanzen und der Gartengestaltung.

Aufeinander abgestimmte Duftkompositionen setzen eine ausgezeichnete Pflanzenkenntnis und viel Beobachtung voraus. Es geht aber auch einfacher: Es reiche vollkommen aus, mit zwei bis drei verschiedenen Duftpflanzen anzufangen, so Gaissmayer.

Beispielsweise mit Gartennelken: Für den Garten geeignet sind etwa Bartnelken (Dianthus barbatus), Feder-Nelken (Dianthus plumarius) sowie Pracht-Nelken (Dianthus superbus), die Sommernächte mit feinem Vanilleduft verzaubern.

Zum Anlocken und zum Abwehren

Wer Duft und Farbe kombinieren will, sollte einjährige Reseden (Reseda odorata) wählen. Die krautigen Pflanzen bringen geschickt Duft ins Spiel, bleiben aber mit ihrer grünlichen, fast unauffällige Blüten farblich im Hintergrund - sind also vielseitig kombinierbar.

Diese Einjährigen kann man ebenso wie Duftwicken (Lathyrus odoratus) schnell noch im Juni aussäen, „um in diesem Sommer erste Erfahrungen mit der sinnlichen Gestaltungskomponente zu sammeln“, so Gaissmayer.

Warum duften Pflanzen eigentlich? „Mit dem Duft werden Bestäuber angelockt“, sagt Gaissmayer. Häufig handelt es sich aber auch um einen Abwehrmechanismus, erklärt Matthias Alter. Gerade bei Aromapflanzen soll der intensive Duft verhindern, dass Fraßfeinde diese vernichten.

Den Duft der Pflanzen im Garten intensivieren

„Dabei gibt es eine große Palette an unterschiedlichen Düften“, sagt Matthias Alter von der Klostergärtnerei der Benediktinerabtei Maria Laach. Er zählt die verschiedenen Gruppen auf - von fruchtig über würzig bis hin zu exotischen Düften von Cola, Ingwer oder Karotte.

Klassiker im Duftgarten sind Pfingstrosen (Paeonia), Flammenblumen (Phlox) sowie Taglilien (Hemerocallis). Gleichwohl gibt es auch in der kalten Jahreszeit typische Vertreter, wie die Oktober-Silberkerze (Actaea simplex) oder Duftveilchen (Viola odorata).

Wer den Pflanzenduft im eigenen Garten intensivieren will, kann einen sogenannten Senkgarten anlegen - diese Vertiefung im Garten erwärmt sich schneller und verhindert, dass Wind das Blütenparfüm wegweht. „Die Engländer haben ihre duftenden Gärten mit Mauern und Hecken eingefasst, um den gleichen Effekt zu erzielen“, so Gaissmayer.

Ein besonderes Augenmerk legt der Staudengärtner auf die Nachtdufter: „Sie locken mit ihrem Parfüm in den warmen Nächten Nachtfalter an.“ Beispiele sind Nachtkerzen (Oenothera-Arten), Wunderblumen (Mirabilis jalapa) sowie zwei Ziertabak-Arten - Nicotiana alata und sylvestris. Die Pflanzen seien jedoch in unseren Breiten nicht winterhart.

Eine hohe Kunst der Gartengestaltung: Schön, wenn Gärtnerinnen nicht nur auf die Optik der Pflanzen achten, sondern auch auf deren Duft.
Eine hohe Kunst der Gartengestaltung: Schön, wenn Gärtnerinnen nicht nur auf die Optik der Pflanzen achten, sondern auch auf deren Duft.
Christin Klose/dpa-tmn
Die große Blüte ist schon eindrucksvoll, Pfingstrosen (Paeonia) duften aber auch noch wundervoll.
Die große Blüte ist schon eindrucksvoll, Pfingstrosen (Paeonia) duften aber auch noch wundervoll.
Andrea Warnecke/dpa-tmn
Bartnelken (Dianthus barbatus) blühen nicht nur üppig, sie verströmen auch einen feinen Duft im Garten.
Bartnelken (Dianthus barbatus) blühen nicht nur üppig, sie verströmen auch einen feinen Duft im Garten.
Andrea Warnecke/dpa-tmn
Die gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) leuchtet wunderschön und lockt Nachtfalter an.
Die gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) leuchtet wunderschön und lockt Nachtfalter an.
Andrea Warnecke/dpa-tmn
Sie gehört zu den Klassiker im Duftgarten: Taglilie (Hemerocallis).
Sie gehört zu den Klassiker im Duftgarten: Taglilie (Hemerocallis).
Andrea Warnecke/dpa-tmn