Rom (dpa) - Für viele waren sie in Rom bisher ein Ärgernis: Als altrömische Legionäre oder Zenturionen (Hundertschaftsführer) verkleidete Darsteller, die sich gegen Geld mit Touristen fotografieren lassen und oft recht aggressiv hohe Geldbeträge fordern. Sie müssen sich jetzt einen neuen Job suchen.

Stadtpräfekt Francesco Paolo Tronca erließ am Mittwochabend eine Verordnung, die es verbietet, sich in historischen Kleidungsstücken gegen Geld fotografieren oder filmen zu lassen. Als Strafen drohten unter anderem Bußgelder von 400 Euro und die Beschlagnahme der Kostüme, sagte ein Sprecher der Stadt.

Ähnliche Verbote hatte es schon früher gegeben, sie waren aber nicht wirklich durchgesetzt worden. Das gegenwärtige Umfeld mit einem Wechsel in der Stadtführung, dem am 8. Dezember beginnenden Heiligen Jahr und schärferen Sicherheitsmaßnahmen angesichts der Terrorgefahr, deutet aber darauf hin, dass die Stadt jetzt Ernst macht.

Tronca war Ende Oktober nach dem Sturz des als führungsschwach geltenden Bürgermeisters Ignazio Marino als kommissarischer Verwaltungschef eingesetzt worden. Nach der neuen Verordnung ist es auch verboten, Touristen in Rikschas zu kutschieren und entlang der Schlangen vor beliebten Sehenswürdigkeiten Tickets für genau festgelegte Besuchszeiten zu verkaufen.