Canberra (dpa) - Es ist das passende Hemd zu einer berüchtigten Reise: Im Dezember 2019 machte Australiens Premierminister Scott Morrison (51) Urlaub auf Hawaii - und das mitten in der Buschfeuer-Krise.

Viele Australier fanden das peinlich. "ScoMo", so der Spitzname des Premiers, musste den Urlaub abbrechen und räumte später ein, die Reise sei ein Fehler gewesen.

Im Internet konnte man wenig später ein Hawaii-Hemd bestellen. Das Besondere daran: Es ist geschmückt mit einem Blumenmuster mit Morrisons Gesicht. Der komplette Erlös ging den Angaben zufolge an die Feuerwehr. Zudem habe die Nationalbibliothek ein Exemplar bekommen, um die textile Eintagsfliege für die Nachwelt zu erhalten. In der Bibliothek werden auch andere "flüchtige" Gegenstände gesammelt, die es für eine begrenzte Zeit gab - darunter etwa Flugblätter oder Speisekarten.

Das Satire-Hemd nennt sich "Mahalo ScoMo", was auf Hawaii so viel bedeutet wie "Danke, ScoMo". Das Unternehmen dahinter - Mr. Koya - teilte mit, die Nachfrage sei so groß gewesen, dass der Verkauf nach ein paar Tagen pausieren musste. Hergestellt worden sei das Hemd aus einer pflanzenbasierten Faser namens Tencel, die aus dem österreichischen Lenzing komme. Gewebt wurde es demnach in China.

Mitgründer Yema Akbar erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Wir waren nicht sicher, wie die Hemden ankommen, aber wir sind von der überwältigenden Reaktion begeistert gewesen." Auf die Idee gekommen seien sie, als sie vom Hawaii-Urlaub Morrisons hörten und das ganze Land sich gefragt habe: "Wo zum Teufel steckst du?"

In Australien toben seit Monaten schwere Feuer, besonders im Südosten des Kontinents. Viele Brände sind dank des heftigen Regens mittlerweile gelöscht, einige wüten aber immer noch. Morrison geriet als Krisenmanager und als Förderer der Kohleindustrie in der Klimawandel-Debatte unter Druck. Seine Umfragewerte sanken.

Hemd Mahalo Scomo

Sammlung der Nationalbibliothek