Berlin (dpa) - Für die meisten Menschen auf der Welt beginnt das neue Jahr am 1. Januar. In vielen Ländern hat sich zum Jahreswechsel traditionelles Brauchtum erhalten. Einige Beispiele.

ÖSTERREICH: Zum Jahreswechsel ist es beliebt, Glücksbringer, etwa Schweinchen aus Schokolade oder Marzipan, zu verschenken. Ist der Countdown zum neuen Jahr abgelaufen, erklingt der Donauwalzer im TV. Am 1. Januar vormittags ist das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker ein Klassiker im Fernsehen. Es wird in Dutzende Länder übertragen.

ITALIEN: Hier gilt rote Unterwäsche in der Neujahrsnacht als Pflicht, dann winken Glück und Erfolg. Kaufhäuser und Dessous-Läden stellen spätestens kurz nach Weihnachten ihre Wäscheauslage um.

SPANIEN: An Silvester sind um Mitternacht die Glockenschläge einer Turmuhr auf dem Platz Puerta del Sol in Madrid landesweit im Fernsehen zu hören. Zu jedem Ton essen die Menschen eine Weintraube. Das soll für das neue Jahr Glück bringen.

GRIECHENLAND: Die Familien spielen Karten und andere Glücksspiele. Es gilt: Wer gewinnt, hat Glück das ganze Jahr hindurch. Wer verliert, hat Glück in der Liebe.

BULGARIEN: Hiebe auf den Rücken mit der "Surwatschka", einem geschmückten Ast des Kornelkirschbaums, sollen Gesundheit und Reichtum bringen. An Neujahr laufen Männer in Fellkostümen als "Kukeri"-Ungeheuer durch die Gegend und vertreiben böse Geister.

USA: Vor allem in den Südstaaten werden zu Silvester Linsen gegessen. Weil sie Münzen ähneln, versprechen sie angeblich Glück. Nach der Regel "Nothing Goes Out" darf an Neujahr nichts das Haus verlassen, auch nicht der Müll. Wenn doch, droht Unglück.

MEXIKO: An Neujahr stellen viele Mexikaner einen Koffer vor die Tür, der viele Reisen im neuen Jahr bescheren soll. In einigen Regionen werden Puppen verbrannt, die das alte Jahr repräsentieren.

SÜDAFRIKA: Die Menschen am Kap starten mit einer Art Karneval ins neue Jahr. Höhepunkt ist der bunte Umzug durch Kapstadt am 2. Januar. Das Spektakel geht auf den "Emancipation Day" zurück, den Tag, an dem die Sklaven in Südafrika in den 1830er Jahren freigelassen wurden.

PHILIPPINEN: Silvester springen Kinder und Erwachsene möglichst oft in die Luft - um ihr Wachstum anzuregen. Türen und Fenster werden auf und Lampen angemacht, auf die Fensterbänke und in alle Hosen- und Jackentaschen kommen Münzen - das garantiert Wohlstand im neuen Jahr.

JAPAN: Um Punkt Mitternacht ertönen in ganz Japan in den buddhistischen Tempeln 108 Mal die Glocken. Sie sollen die 108 Begierden des Menschen oder die 108 Übel des abgelaufenen Jahres vertreiben. Kilometerweit ist der Klang der Tempelglocken zu hören. Beim letzten Glockenschlag endet für Japan das alte Jahr. Millionen von Menschen machen sich in dieser Nacht, spätestens aber an einem der folgenden Festtage auf zum Hatsumode - zum ersten Schrein- oder Tempelbesuch im neuen Jahr, um Glück und Segen zu erbitten.

Nicht bei allen beginnt das neue Jahr am 1. Januar - Neujahrsfeste jenseits des christlichen Kalenders gibt es auch. Eine Auswahl:

ISLAM: Bei Muslimen erinnern die Neujahrsfeiern an die Wanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina im Jahr 622. Mit der Reise beginnt ihre Zeitrechnung. Muslime verkünden den Beginn des neuen Jahres nicht mit Feuerwerk, sondern mit traditionellen Blasinstrumenten. 2019 fällt Neujahr auf den 1. September.

JUDENTUM: Juden feiern ihr Neujahrsfest Rosch Haschana (hebräisch: Kopf des Jahres) an den ersten beiden Tagen des Monats Tischri im jüdischen Kalender. 2019 ist das am 30. September/1. Oktober der Fall. Zum Brauchtum gehört, dass Brote fürs Neujahrsfest nicht länglich sind, sondern rund. Das symbolisiert den Jahreskreislauf.

CHINA: In China ist Neujahr das wichtigste Fest des Jahres. Es richtet sich nach dem Mondkalender und fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum - 2019 auf den 5. Februar. Neujahr steht ganz im Zeichen der Familie: Millionen reisen für die Festtage zurück in ihre Heimatdörfer. Am Abend werden alle Fenster und Türen geöffnet, um Glück ins Haus zu lassen. Mit Feuerwerk, Drachen- und Löwentänzen wird das neue Jahr begrüßt. Viele haben rund eine Woche arbeitsfrei.