Dresden (dpa) - Menükarten der Sterneköche Paul Bocuse und Alain Ducasse, ein Loriot-Foto und die Schreibmaschine: Der Nachlass des bekannten Gastronomiekritikers Wolfram Siebeck (1928-2016) ist in die sächsische Landesbibliothek in Dresden übernommen worden.

Er ergänze hervorragend die 4500 Bände umfassende Bibliotheca Gastronomica aus Handschriften und Drucken, sagte Generaldirektor Thomas Bürger am Donnerstag in Anwesenheit der Witwe Barbara Siebeck. "Damit verfügt Dresden über einen der ersten Bestände in öffentlichem Besitz, mit dem die Entwicklung der deutschen Gourmetküche nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentiert ist."

Der Nachlass umfasst rund 1400 Bücher, Manuskripte, Briefe sowie audiovisuelle Dokumente, 770 besondere internationale Speise- und Menükarten und rund 200 frühe Zeichnungen von Siebeck für Zeitungen und Illustrierte. Für 2020 ist eine Ausstellung "Wolfram Siebeck. 50 Jahre Deutsches Küchenwunder" geplant.

Dabei hatte Siebeck den Osten Deutschlands 2009 zur kulinarischen No-go-Area erklärt. Nach einem Gourmet-Trip durch Sachsen wurde er milder - er war Mitautor eines 2013 erschienenen Buches über sächsische Kochkünste.