Gern möchte auch Andrea Pendel erleben, wie die afro-amerikanische Gospelgruppe mit Live-Band und großer Licht- und Bühnenshow den Konzertbesuchern in der Johanniskirche das ursprüngliche Gefühl der schwarzen Gospelkultur authentisch nahebringt und deren Geschichte erzählt. Doch bekam sie zunächst keine Eintrittskarten. Nicht etwa, weil die beiden Konzerte am Sonntag nach Weihnachten schon Wochen vorher restlos ausverkauft waren, sondern weil Andrea Pendel einen besonderen Platz benötigt.

Rollstuhlplätze nicht ausgewiesen

Die Magdeburgerin ist schwerbehindert und sitzt im Rollstuhl. Für sich und ihre Begleitung wollte sie nun für eines der beiden Gospelkonzerte in der Elbestadt Karten bestellen, musste an der Hotline aber erfahren, dass es zu diesen Veranstaltungen überhaupt keine Rolli-Plätze geben würde. Da dies sonst noch nie ein Problem war, fragte sich nicht nur die Betroffene, warum für Rollstühle ausgerechnet beim Programm der Gospel Singers in der Johanniskirche kein Platz sein soll. Wir versuchten es zunächst bei ADticket. Fehlanzeige! „Wir sind lediglich Ticketdienstleister für den Veranstalter. Die Entscheidung, Rollstuhlfahrerplätze anzubieten oder nicht, liegt beim Veranstalter“, wurde uns von dort mitgeteilt

Also kontaktierten wir den Veranstalter. Dort wurde der Sachverhalt geprüft und festgestellt, „dass durch einen Fehler bei der Anlage des Vorverkaufs die Rollstuhlfahrerplätze übersehen und nicht ausdrücklich gesperrt worden sind“. Die Plätze könnten von den Vorverkaufsstellen aber verkauft werden, seien im Saalplan auch sichtbar. „Normalerweise ist für solche Fragen unsere Telefonnummer hinterlegt und die Vorverkaufsstellen können uns anrufen, anstatt die Kunden wegzuschicken.“

Andrea Pendel wird doch dem Konzert beiwohnen

Nun gut, das hatte im Fall von Andrea Pendel nicht geklappt, aber der Konzertveranstalter versicherte, noch mal getrennte Rollstuhlfahrerplätze angelegt zu haben – wovon es in der Johanniskirche allerdings nur wenige gebe. Sie werden an diesem Tag ab 12 Uhr verkauft, unsere Leserin solle sich bei der Tickethotline melden.

Das tat sie auch – und wurde wieder enttäuscht. „Ich habe gleich um 12 Uhr angerufen. Leider waren da aber schon alle Rolli-Plätze für beide Veranstaltungen verkauft.“ Wie kann das sein, wenn doch erst am Morgen die Plätze angelegt wurden und sie vor der angekündigten Zeit doch gar nicht verkauft werden konnten?, fragten wir nun wieder beim Veranstalter nach. Der wandte sich an seinen Ticketpartner und erfuhr, dass Rollstuhlfahrerplätze von Anfang an zwar im Verkauf waren, die Vorverkaufsstellen sie sich telefonisch nur freischalten lassen müssten – was durchaus so üblich sei.

Egal, warum im konkreten Fall anscheinend einiges schiefgelaufen ist – die gute Nachricht lautete: Es sind noch Plätze frei. Uns wurde versichert, dass man sich persönlich mit Andrea Pendel in Verbindung setzen werde. Und wenig später kam von ihr die Information: „Ich habe Plätze für diese Veranstaltung bekommen und freue mich schon sehr darauf.“