Die Awolinos

Die Awolinos sind ein Zirkusprojekt des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt in Oschersleben.

Einmal pro Woche, immer donnerstags ab 13 Uhr, treffen sich die Awolinos im Bewos-Sportzentrum in Oschersleben, um Zirkuskunst zu trainieren. Etwa 25 ehrenamtliche Helfer unterstützen die Gruppe.

Zielgruppe sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von 4 bis 21 Jahren.

Kontakt:

Jens Klamm

Telefon: (0151) 58 56 40 65

Oschersleben l Der Atem der Zuschauer stockt. Gänsehaut. Ein Mädchen macht Spagat im roten Vertikaltuch. Ein anderes steht auf einem großen Pezziball. Zwei Clowns verteilen Küsschen. Das Publikum lacht. Die Turnhalle der Berufsschule in Oschersleben ist erfüllt von funkelnden Kostümen, mitreißender Musik und aufgeregten Kindern. Schauplatz könnte auch ein Varieté sein oder eine Manege im Zirkuszelt. Es sind aber die Ferienspiele der Awolinos. Eine Woche haben die Kinder und Jugendlichen geübt, um zum Abschluss ihre Show einem Publikum zu zeigen.

Zirkus als Abbild des Lebens

Den Zylinder hat Jens Klamm auf, der lieber Caro Curioso genannt werden will. Auch im wirklichen Leben abseits der Zirkuskunst. „Ich stehe mit Zirkus auf und ich gehe mit Zirkus ins Bett“, sagt er. Er hat den Zirkus immer im Kopf. Für ihn ist er wie Essen, Trinken, Luft holen, Kopfschmerzen. Das Leben eben.

Die Geschichte der Awolinos ist die von Momo, dem Mädchen aus dem gleichnamigen Roman von Michael Ende. Einmal in der Woche ist die Turnhalle eine Welt, in der für die Kinder alles anders sein kann. In der Fantasie und Wirklichkeit verschwimmen. Caro Curioso will, dass seine Awolinos ihre Probleme, in der Geschichte Momos die grauen Männer, draußen lassen. Wenn sie das Innere der alten Puschkin-Sporthalle betreten, gelten neue Spielregeln. „Ich will die Stärken der Kinder sehen“, sagt Caro Curioso. Und die hat jedes Kind, da ist er sich sicher. Er hat ein Auge dafür. Seit er die Awolinos 2010 zum Leben erweckt hat, muss sich jedes Kind, das mitmachen will, ihm vorstellen. Caro Curioso sieht, ob an ihm eher eine Clownsnase oder ein Akrobat verloren gegangen ist.

Bilder

Ein Raum, in dem Flügel wachsen

Caro Curioso will den Kindern, die jede Woche zu ihm kommen, das Gefühl geben: „So wie ich bin, bin ich in Ordnung, auch mit Clownsnase.“ Er möchte ihnen einen Raum geben, in dem ihnen Flügel wachsen können. Es scheint zu funktionieren. Er erinnert sich an Robby. Ein Junge, der ein Jahr lang auf der Bank saß und zuschaute. Irgendwann tat er den ersten Schritt, den zweiten und hatte ab da viel Spaß dabei, das Spielgerät Diablo tanzen zu lassen.

Caro Curioso liebt den Moment, wenn seine jungen Artisten plötzlich schön werden. Wenn sie hingebungsvoll und in sich versunken an einem Kunststück arbeiten. Er nennt es „magische Momente“.

Der Zirkusdirektor Caro Curioso hat schon den ein oder anderen Euro in die Awolinos investiert. Erst kürzlich hat er ein Trapez gekauft. Was jetzt noch fehlt, ist ein kleines Zirkuszelt. Das brauchen die Awolinos zum Trainieren, für Pausen bei Veranstaltungen und für kleine Aufführungen.

„Vor und nach Auftritten stehen wir oft auf der Wiese und haben keinen Rückzugsort“, sagt Caro Curioso. So ein Zelt kostet etwa 4500 Euro. Über einen kleinen Zuschuss würden sich die Awolinos sehr freuen.

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