Hötensleben l Nach mehreren Operationen im Jahr 2015, bei denen letztlich ein Hüftgelenk entfernt wurde, ist Peter Morwinski in Hötensleben auf einen Rollstuhl angewiesen. Ganz kurz kann er noch auf einem Bein stehen, muss sich dann aber immer mit den Händen irgendwo festhalten. Zwar kann er mit dem rechten Fuß sein Automatik-Auto fahren, schafft es aber nicht, den Rollstuhl allein hinein- und wieder herauszuwuchten.

Klar, dass der ganz normale Alltag mit diesen Beeinträchtigungen ohnehin nicht leicht zu meistern ist. Doch immer wieder würden Ämter und Behörden Anträge ablehnen, von denen er sich Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erhofft, schrieb der behinderte Mann dem Leser-Obmann.

Zunächst keine Leistung der Kasse

So hatte er bei seiner Krankenkasse, der AOK Niedersachsen, auch ein Elektromobil beantragt. Dort wurde er nach Angaben der Kasse eingehend geprüft. Ergebnis: „Die Kosten können wir leider nicht übernehmen“, teilte man dem Versicherten in Hötensleben mit. Denn ein E-Mobil mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h, wie beantragt, sei keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Darüber informierte Peter Morwinski den Leser-Obmann. Wie wäre es alternativ mit einem Elektromobil, das nicht schneller als sechs Kilometer pro Stunde ist, wurde gemeinsam überlegt. Das würde die Krankenkasse eventuell finanzieren und der behinderte Mann könnte damit auch im Ort zum Einkaufen fahren. Und tatsächlich: Eine Versorgung mit einem E-Mobil in einer 6-km/h-Ausführung sei grundsätzlich möglich, bestätigte Carsten Sievers von der AOK Niedersachsen. Doch das zuvor vom Sanitätshaus gewählte Modell war ungeeignet, eine Kostenzusage daher nicht erteilt worden.

Das Sanitätshaus schickte nun für ein anderes Modell den Kostenvoranschlag an die Krankenkasse. „Herr Morwinski wird in Kürze mit einem E-Mobil versorgt sein“, versicherte deren Sprecher dem Leser-Obmann. Es seien nur noch die letzten Details zu den Zubehörteilen zu klären. „Direkt im Anschluss erfolgt unsere Zusage zur Kostenübernahme gegenüber dem Sanitätshaus und Herrn Morwinski“, versprach Carsten Sievers.

Am 15. November erreichte folgende Mail dann unsere Redaktion: „Heute habe ich mein E-Mobil bekommen!“ Inzwischen hat Peter Morwinski schon einige Ausfahrten mit seinem neuen Mobil unternommen, mit dem er gut zurechtkommt. Er war schon einige Male im Dorf und habe eingekauft, „was ich vorher nicht machen konnte“.