Modautal l In Modautal im vorderen Odenwald wohnend, wollte Frau H. im Frühjahr gern auch einmal die Region um den großen Fallstein erwandern. Für geplante Touren um diesen Höhenzug nördlich des Harzes schickte sie ihr Gepäck vorsorglich voraus. Den kleinen Koffer gab sie an einem Donnerstag Ende März im Hermes-Paketshop daheim auf.

Laut Sendungsverlauf, den die Wanderlustige später anforderte, soll das Gepäckstück am Montag darauf im Verteilzentrum in Haldensleben eingetroffen sein. Dann aber verlor sich dessen Spur. Laut Hermes konnte die Empfängeranschrift in Osterwieck anfangs nicht gefunden werden, dann wurde der Koffer dann aber doch am Dienstag, 2. April, kurz vor 18 Uhr zugestellt. Meint Hermes.

Aber bei dem von Frau H. benannten Empfänger wurde kein Koffer abgegeben, auch keine Benachrichtigung in den Briefkasten gesteckt und das Gepäckstück auch von keinem Nachbarn entgegengenommen. „Wo ist mein Koffer?“, fragte Frau H., inzwischen selbst in Osterwieck eingetroffen, mehrfach per Mail bei Hermes nach. Vergeblich. Und mit dem Koffer blieben auch ihre nagelneuen Wanderschuhe verschwunden.

Als sie fünf Wochen später und längst schon wieder daheim in der Nähe von Darmstadt noch immer nichts über den Verbleib des Gepäcks erfahren hatte, wandte sie sich an den Leser-Obmann der Volksstimme. „Ich möchte doch bloß mein Eigentum wieder haben“, schrieb sie. Von der Hermes Germany GmbH, an die wir uns zwecks Klärung des Falles wandten, wurde uns versichert, dass „der Vorfall sofort mit hoher Dringlichkeit in den Kundenservice gegeben“ wurde.

Und tatsächlich. Dieser meldete sich schnell bei Frau H., die daraufhin detaillierte Informationen mit Fotos und Angabe des Herstellers über den verlustigen Koffer sowie die darin befindlichen Wanderschuhe übermittelte. „Ich habe die Hoffnung, dass mein Koffer endlich gefunden wird, noch nicht aufgegeben“, schrieb sie am 10. Mai. Eine Woche später aber teilte Hermes ihr mit, dass man den Verbleib des Gepäcks nicht klären konnte, doch wolle man ihr den entstandenen Verlust erstatten. „Die Regulierung erfolgte in voller Höhe, was deutlich über unserer Haftungsgrenze liegt“, bestätigte Hermes-Sprecher Sebastian Kaltofen.

Frau H. bedankte sich bei unserer Redaktion für die Unterstützung, merkte aber an: „Lieber hätte ich meinen Koffer wieder in Empfang genommen. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf meinen nächsten Urlaub in Ihrer schönen Region.“