"Zu Gast bei den Lappen im Wunderland am Polarkreis“ – so war eine Reisereportage in einer der Wochenendausgaben der Volksstimme auf der Titelseite angekündigt worden. Die Bezeichnung „Lappen“ für das nördlich des Polarkreises in Norwegen, Schweden, Finnland und Russland lebende Volk der Samen sei „diskriminierend“, machte ein Leser aus Magdeburg die Redaktion aufmerksam. „Diese Bezeichnung wird von den Sámi als Schimpfwort empfunden“, schrieb er und verglich deren Gebrauch mit dem der Bezeichnung „Neger“, die heute ja allgemein als Schimpfwort gilt, als abwertende, rassistische Bezeichnung für schwarze Menschen.

Unser Hinweis auf die „Lappen“ im Wunderland am Polarkreis ist in der Tat unglücklich zu nennen, der Begriff war insofern ein Missgriff, da er eine Art „Rückfall“ darstellt.

Die Eigenbezeichnung Sámi, die heute offiziell verwendet wird, setzte sich ab den 1970er Jahren immer mehr durch. In der modernen nordischen Literatur wurde das Wort Same seit den 1960er Jahren verwendet. Bis dahin wurde allerdings fast ausschließlich der Begriff Lappe (Plural Lappen) verwendet. In einigen samischen Dialekten ist „Lappe“ noch heute die Bezeichnung für Samen, die sich mit der Rentierzucht beschäftigen. Verwenden Fremde den Ausdruck, werde dies allerdings als respektlos angesehen, informiert die Online-Enzyklopädie Wikipedia unter Berufung auf die Website des Samiskt Informationszentrums im schwedischen Östersund.

Die Selbstbezeichnung der Samen ist Sámi („Sumpfleute“), Samit, Samek oder Sápmelaš aus der Ursprungsform šämä, das mit dem baltischen Wort žēme „Land“ verwandt ist. Andere Schreibweisen und Wortformen sind: Sami, Saami, Sámen, Saamen. Die Herkunft des Wortes „Lappe“ ist indessen verwirrend und nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise liegt der Ursprung in einer Ableitung aus dem altfinnischen Wort lappe(e)a („Rand“), woraus sich eine Bezeichnung für ein „Randgebiet“ entwickelte.

Übrigens sprechen in Lappland rund 24.000 Menschen eine der samischen Sprachen, die zu den finno-ugrischen Sprachen gehören.