Aus gutem Grund haben Sudoku, Kreuzwort- und Zahlenrätsel ihren festen Platz auf der täglichen Leserseite unserer Zeitung. Auf dieses beliebte Accessoire zu verzichten, würde niemandem in Verlag und Redaktion einfallen. Denn wie wir wissen, ist es für die Vielzahl der Leser ein festes Ritual, beim Morgenkaffee des Rätsels Lösung zu suchen. Dabei ist es ja kein Raten im eigentlichen Sinne, sondern mehr ein freiwilliger Wissenstest. Und den mit Bravour zu bestehen, kann die Stimmung schon beträchtlich heben. Deshalb sollte das Rätsel auch auf keinen Fall zu leicht sein.

Der Spaß ist allerdings dann getrübt, wenn sich beim Rätsel ein Fehler eingeschlichen hat, was glücklicherweise so gut wie nie geschieht. Doch wenn, dann klingelt schon das Telefon in der Redaktion, machen enttäuschte und verärgerte Leser aufmerksam, dass das „Quatsch“ sei, was dort steht.

Im Ernstfall bleibt dem Leser-Obmann nur, sein Bedauern zu bekunden, dass so etwas passiert ist. Fakt ist: Am Ende müssen bei einem Kreuzworträtsel die gesuchten Wörter senkrecht und waagerecht so eingetragen werden, „dass alle eingetragenen oder sich ergebenden Buchstabengruppen einen Sinn ... ergeben“, wie es bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia heißt.

An genau diesem „Sinn“ des Lösungswortes, als welches sich nach akribischem Eintrag der gesuchten Begriffe „Enfle“ ergeben hatte, zweifelte einst eine Leserin. „Da kann was nicht stimmen. Das Wort steht ja nicht im Duden“, meinte sie. Was den Duden-Eintrag angeht, hatte die Frau recht, allerdings verrät das Lexikon, dass „Enfle“ ein französisches Kartenspiel ist.

Auf die falsche Fährte hatte sich auch eine Leserin locken lassen, als es über dem Kreuzworträtsel hieß „Heute suchen wir eine Knochenfischart“ und am nächsten Tag als Auflösung „Angler“ genannt wurde. Da rief sie beim Leser-Obmann an. Doch ihre Kritik lief ins Leere. Denn Anglerfische sind tatsächlich Knochenfische. Nicht der Fischer, der Fisch war die Lösung!

Was belegt: Je kniffliger das Rätsel, desto größer die Herausforderung – und der Spaß!