Am frühen Morgen schlägt das Spezialeinsatzkommando zu. Insgesamt 20 Polizisten sind an dem Einsatz in der Plattenbausiedlung beteiligt“, hieß es in der Zeitung. „Ich bin es leid, ständig in Kriminalfällen die negative Verbindung mit ,Plattenbausiedlung‘ zu lesen“, beklagte sich daraufhin ein Magdeburger beim Leser-Obmann. Die Menschen in diesen Wohngebieten würden quasi „unter Generalverdacht“ gestellt, meinte er. Dass uns solches fernliegt, braucht wohl nicht extra betont zu werden.

Dennoch ist an der Kritik durchaus etwas dran. In der Tat hat die Verwendung von „Platte“ und „Plattenbau“ hier und heute vielfach einen negativen Anstrich, obwohl kaum eines jener Gebäude noch in dem Zustand ist, in dem es sich zu DDR-Zeiten und in den ersten Jahren nach der Vereinigung befand.

„Was heißt hier ,Platte‘?“, wies denn auch der Chef der Magdeburger Wohnungsgenossenschaft MWH, Thomas Fischbeck, im Interview mit dieser Zeitung die abwertende Bezeichnung zurück und betonte: „Wir haben unsere Bestände in den letzten 20 Jahren so modernisiert und saniert, dass man es ihnen oft erst auf den zweiten Blick ansieht.“

Was auch auf andere kommunale und genossenschaftliche Wohnungsunternehmen im Land zutrifft, die mit großem Aufwand umfangreiche Modernisierungen und Instandhaltungsmaßnahmen sowie Um- und Neubauten vorgenommen haben. Dadurch hat sich das Bild der einzelnen Gebäude wie auch der Großsiedlungen, die im Ergebnis des DDR-Wohnungsbauprogramms nicht nur in Magdeburg entstanden waren, nachhaltig verändert.

Auch einer Stendaler Leserin war aufgestoßen, dass in ihrer Zeitung immer wieder von „Plattenbauten“ die Rede ist. „Das sind doch einfach ,Mehrfamilienhäuser‘ wie andere auch“, schlug sie als alternative Wortwahl vor.

Allerdings ahne ich, dass sich „Platte“ und „Plattenbau“ beziehungsweise „Plattenbausiedlung“ nicht endgültig aus der Zeitung werden verbannen lassen. Vielleicht gelingt es aber wenigstens, die negative Assoziation zurückzudrängen.