Schönebeck l „Wenn ich die Zeitung und andere Veröffentlichungen lese, komme ich manchmal ganz durcheinander“, meinte die Anruferin. „Das eine Mal wird ‚eine‘ und auch ,andere‘ kleingeschrieben, so wie ich es kenne, ein andermal wird es großgeschrieben. Da weiß man am Ende gar nicht mehr, was denn stimmt“, sagte die Leserin aus Schönebeck.

In der Tat waren „eine“ und „andere“ nach der früheren Duden-Orthografie generell kleinzuschreiben, nämlich „der eine“, „der andere“, „die einen“ und „die anderen“, ebenso „alle“, „jeder“ und „manche“.

Im amtlichen Regelwerk aus dem Jahr 2006 werden – wie die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) bestätigt – unter Paragraf 58 E4 jetzt allerdings folgende Muster genannt: „Sie strebte etwas ganz Anderes an“, „Die Einen sagen dies, die Anderen das“, „Die Meisten stimmten seiner Meinung zu.“ Danach wäre dann auch die Schreibung des Filmtitels „Das Leben der Anderen“ ganz regelkonform.

Generell freilich und als Standardversion gilt allerdings nach wie vor die Kleinschreibung, wie in Paragraf 58 (5) niedergelegt, zum Beispiel: „‚Die einen kommen, die anderen gehen‘, ,Was der eine nicht tut, soll der andere nicht lassen‘, ,Die meisten haben diesen Film schon gesehen‘“, so die GfdS.

Unterschiedliche Schreibweisen, wie sie das 2006 nach den Vorschlägen des Rats für deutsche Rechtschreibung geänderte amtliche Regelwerk zulässt – was etwa 2500 Wörter betrifft –, sind für eine Tageszeitung natürlich eine missliche Angelegenheit. Da könnten die Leserinnen und Leser schon durcheinanderkommen, wenn bestimmte Wörter jedes Mal anders geschrieben werden, wie von oben zitierter Leserin beklagt.

Rechtschreibung 2007 umgestellt

Deshalb hat die Chefredaktion der Volksstimme festgelegt, dass im jeweiligen Fall die Schreibweise gilt, für die sich die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen entschieden, als sie am 1. August 2007 ihre Rechtschreibung umstellten.

In der Liste der Agenturschreibweisen heißt es in dem konkreten Fall: „andere (der, die, das andere)“ und „eine (der, die, das eine)“.