Berlin (dpa) - Für den Schauspieler Charly Hübner (46, "Polizeiruf 110") kam die Wende "zur richtigen Zeit". Wie er dem ZEITmagazin laut Vorabmeldung vom Mittwoch sagte, war seine Kindheit in der DDR zwar idyllisch, mit 15 habe er aber die Enge gespürt.

"Ich bekam mit, dass Menschen flüchteten oder ausgewiesen wurden und nicht frei reisen konnten."

Der Fall der Mauer und die Wende hätten ihm neue Möglichkeiten eröffnet - und das im passenden Augenblick: Kurz zuvor habe er sich wegen Herzproblemen von dem Wunsch verabschieden müssen, Profihandballer zu werden. Es sei ihm sehr schwer gefallen, das zu akzeptieren.

Nach der Wende hätten ihn dann Bekannte in die Theaterkantine mitgeschleppt. "Ich entdeckte eine Welt, in der ich über Sprache und Gedanken Wege in neue Räume finden konnte. Gleichzeitig konnte ich die für mich neue Welt des Westens entdecken. Das war traumhaft."

Hübner, in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) geboren, ist als Kommissar Sascha Bukow" fester Bestandteil des Rostocker "Polizeiruf 110". Daneben war er an zahlreichen TV- und Theaterproduktionen beteiligt.