München (dpa) - Wolfgang Fierek will sich nicht einengen lassen. Nicht von Konventionen, nicht von Erwartungen oder Terminen. Frei zu entscheiden, was ich im Leben möchte, ist für mich das höchste Gut, sagte er mal im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Ich brauche ein gewisses Piratenleben.

Ausdruck der Sehnsucht: Seine Liebe zu Hawaii-Hemden und Motorrädern. Wenn Fierek Zeit hat und nicht vor der Kamera steht, schwingt er sich auf seine Maschine und kreuzt mit Vorliebe durch die USA. Dort bietet er auch geführte Motorradtouren an - Fiereks Freedom Tours. Mitte Dezember will er nach Angaben seiner Agentur wieder losdüsen - doch zuvor gibt es noch etwas zu feiern: Seinen 65. Geburtstag.

Ich kann selber bestimmen, wie viel ich in meinem Leben arbeiten möchte. Was ich mir im Leben antue. Dinge, die mich einschränken, lehne ich grundsätzlich ab, so die Philosophie des Darstellers, dem die Filmbranche in dieser Hinsicht geradezu paradiesische Bedingungen bietet - feste Arbeitszeiten immer nur für eine gewisse Zeit. Ich arbeite sehr gerne, und dann wirklich von frühmorgens bis abends. Aber zwischendurch brauche ich immer wieder meine Fluchtmöglichkeiten und muss für ein paar Wochen weg, sagte der Schauspieler, den die Bild-Zeitung mal ein Münchner Urviech nannte.

Der gebürtige Ottobrunner wirkt wie ein Lebenskünstler und spielt auch entsprechende Rollen. Dazu passt auch der Rang eines Ehrenindianers, den ihm die Oglala-Sioux verliehen, nachdem er 1994 die Malerin Djamila Mendil nach einem Indianer-Ritual im US-amerikanischen Custer State Park geheiratet hatte. Wichapi Wichasi darf er sich seitdem nennen.

Vor seiner Schauspielkarriere war Fierek Zeitsoldat, Lastwagenfahrer, Kellner und Discjockey. Mitte der 1970er Jahre holte der Filmemacher Klaus Lemke den lässigen jungen Mann vor die Kamera, an die Seite der umschwärmten Cleo Kretschmer im Film Idole.

Weitere Drehs folgten, etwa 1983 in Helmut Dietls Kultserie Monaco Franze, wo er den Gauner Tierpark-Toni gab. Bekannt auch seine Rollen in den Serien Zwei Münchner in Hamburg mit Uschi Glas und Elmar Wepper und Ein Bayer auf Rügen, in der er als Polizist ermittelte. Und schließlich die Rolle des Paul Greitner alias Paul Breitner in der Udo-Hoeneß-Satire Die Udo Honig Story. Zwischendurch machte er immer wieder Musik und landete 1986 den Party-Hit Resi, i hol di mit'm Traktor ab.

Besonders wohl fühlt sich Fierek in Rollen wie in der Miniserie Hammer & Sichl des Bayerischen Rundfunks (BR), in der er als Lebenskünstler Toni mit einem Kollegen eine Handwerkerfirma gründet. Während sein Partner Wert auf Ordnung und Disziplin legt, sorgt Sichl regelmäßig für Chaos. Der Sichl ist auch jemand, der schaut, dass er so wenig wie möglich Belastungen hat. Er braucht kein eigenes Auto, kein Telefon. Das sind alles Dinge, die ihn in der Freiheit einschränken. Er braucht nur das Nötigste, sagte Fierek zum Start im Jahr 2013.

Doch Freiheit ist nicht alles - ein schwerer Unfall hätte Fierek fast das Leben gekostet. Im April 2003 prallte er in Österreich auf dem Motorrad mit einem Auto zusammen, die Fahrerin war auf seine Fahrbahn geraten. 2004 reiste er zur Erholung auf seine Ranch im US-Staat Arizona. An Motorradfahren war erstmal nicht zu denken. Bei dem zornigen Blick, den meine Frau auflegt, komme ich keine 20 Meter weit, hatte Fierek damals erklärt.

Doch die Vorsätze hielten nicht lang. Bald darauf rollte er wieder gelassen durch München, sagte er der Bild-Zeitung. Ein Leben ohne Harley - für Fierek kaum denkbar, denn da lebe ich ganz intensiv, da spüre ich mich wieder.

NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
HELBERG, Simon amerikanischer Schauspieler und Komiker 35 09.12.1980 Los Angeles USA
ARMATRADING, Joan britische Sängerin 65 09.12.1950 Basseterre St. Kitts und Nevis
BIRKIN, Andrew britischer Regisseur und Drehbuchautor 70 09.12.1945 London Großbritannien