Berlin (dpa) - Peter Coyote zählt ein Dutzend Regisseure auf, mit denen er gerne zusammengearbeitet hat, darunter Roman Polanski, Steven Spielberg, Walter Hill, Martin Ritt, Bigas Luna. Mehr als 150 Filme habe er gedreht, resümierte Coyote vor zwei Jahren anlässlich seines 75. Geburtstag.

"Nicht alle haben Spaß gemacht, nicht alle waren gut, aber bei jedem habe ich etwas gelernt." Heute feiert der Schauspieler seinen 77. Geburtstag.

Sein eigenes Leben gäbe reichlich Stoff für ein spannendes Drama her. Der Ex-Hippie, ultraliberale Aktivist und zum Zen-Priester geweihte Buddhist machte in Hollywood erst spät Karriere. "Ich war 39, alleinerziehender Vater, knapp bei Kasse und musste Geld verdienen", sagte Coyote. Er sei kein hervorragender Schauspieler gewesen, räumt er selbstkritisch ein. "Ich hatte Glück."

Mit dem markant zerfurchten Gesicht fand er in Hollywood schnell eine Nische. Vom Chef-Wissenschaftler in Steven Spielbergs Kinohit "E.T." (1982) avancierte er zum Liebhaber, der in "A Man in Love" (1987) Greta Scacchi den Kopf verdrehte. In Roman Polanskis Erotikdrama "Bitter Moon" (1992) wurde Coyote dann zum sadomasochistischen Ehemann im Rollstuhl. Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar holte ihn für "Kika" (1993) vor die Kamera. Unter der Regie von Brian de Palma filmte er 2002 in Paris den Thriller "Femme Fatale". Zuvor legte er sich als arroganter Anwalt mit Julia Roberts in "Erin Brockovich" an.

Robert Peter Cohon wuchs in einer wohlhabenden Banker-Familie in New York auf. Nach einem Drogentrip mit Peyote legte er sich in den 1960er Jahren seinen Künstlernamen zu. Im Rausch war ihm ein Kojote erschienen. Als junger Student machte er während der kubanischen Raketenkrise Schlagzeilen, als er mit einer Handvoll Friedensaktivisten vor dem Weißen Haus drei Tage in einen Hungerstreik ging.

In San Francisco schloss er sich der Hippie-Bewegung an. Er lebte in Kommunen und auf der Straße. Er war Mitbegründer der "Diggers", einer radikalen Hilfsorganisation für Hippies, die Privatbesitz ablehnten und Leben in der Kommune propagierten. Bei der legendären San Francisco Mime Troupe, einer linken Straßentheatergruppe, lernte er sein Handwerk als Schauspieler. Diese Aussteiger-Jahre beschreibt Coyote 1998 in seinen Memoiren "Sleeping Where I Fall". Seine zweite Biographie "The Rainman's Third Cure" (2015), nach einem Song von Bob Dylan benannt, dreht sich um Lehrer und Mentoren, die sein Leben prägten.

An seinen ultraliberalen Ansichten hält Coyote weiter fest. Den Klimawandel und die atomare Bedrohung hält er für die dringlichsten Weltprobleme.