Berlin (dpa) - Er zählt zu der Sorte Menschen, die man leicht übersieht, dabei ist Bill Nighy ein wunderbarer, sehr britischer und etwas schräger Schauspieler. Nur nicht unbedingt ein Mann für die erste Reihe, er bleibt dann doch lieber etwas im Hintergrund.

Bescheidenheit ist ihm eine große Zier. Heute feiert Bill Nighy seinen 70. Geburtstag, wahrscheinlich ganz ohne Pomp und Gloria.

Nach vielen Jahren am Theater erlebte der 1949 geborene Nighy erst spät seinen Durchbruch im internationalen Filmgeschäft. 2003 spielte der Brite in der Weihnachtskomödie "Tatsächlich ... Liebe" den abgehalfterten Rocksänger Billy, und mauserte sich mit dieser Rolle zum heimlichen Star in dem mit Hugh Grant und Emma Thompson prominent besetzten Ensemblefilm, der längst zum Christmas-Klassiker avanciert ist. Seitdem ist Bill Nighy ein gefragter Mann in Hollywood: Er spielte in drei "Underworld"-Filmen den Vampir Viktor, war beim Mummenschanz "Fluch der Karibik" mit dabei, und gewann bereits 2005 für seine Rolle in dem TV-Film "Gideon's Daughter" einen Golden Globe.

Er komplettierte die Rentnergang in der wunderbaren Komödie "Best Exotic Marigold Hotel" (2011), und auch in der Fortsetzung vier Jahre später, und da machte er auch neben Beau Richard Gere noch eine gute Figur. Einen sehr schönen Part spielte Nighy auch in der queeren Komödie "Pride", und in "Der Buchladen der Florence Green" verkörperte er einen Mann, der eine späte Liebe erlebt. Grandios, ganz ohne falsche Untertöne. Momentan ist Bill Nighy in den Kinos in dem weihnachtlich angehauchten Feelgood-Movie "The Kindness of Strangers" zu sehen.