Berlin (dpa) - Als Lin-Manuel Miranda vewrgangenes Wochenende in San Juan, Puerto Rico die Bühne betrat, brandete kaum enden wollender Beifall auf. Der Entertainer war mit seinem Broadway-Hit "Hamilton" auf die Karibik-Insel gekommen.

Das vielfach ausgezeichnete Hip-Hop-Musical, das unter anderem elf Tony Awards erhielt, beschreibt das Leben des amerikanischen Gründungsvaters Alexander Hamilton. 2015 feierte es am Broadway Premiere. In New York wurde vor 39 Jahren auch Lin-Manuel Miranda geboren - seine Eltern aber stammen aus Puerto Rico.

Für den Entertainer war es deshalb ein besonders emotionaler Trip: "Ich liebe diese Insel so sehr", sagte Miranda nach der Show auf einer Presse-Konferenz, "und ich will, dass man auf mich stolz ist." Sein besonderes Anliegen: Mit dem tweiwöchigen Gastspiel will Miranda Geld für die Künste und für die Opfer des Hurrikans "Maria" sammeln, der im letzten Jahr Puerto Rico verwüstet hatte.

Wenn auf jemanden der Begriff "Multitalent" passt, dann auf Lin-Manuel Miranda. Der New Yorker ist Komponist, Texter, Rapper und Schauspieler. Momentan ist er in "Mary Poppins' Rückkehr" an der Seite von Emily Blunt als vergnügter Laternenanzünder zu sehen.

Die Dreharbeiten haben ihm dabei alles abverlangt: Es seien allerdings nicht die ausgefeilten Tanz-Nummern gewesen, verriet er in der Show von Ellen DeGeneres. "Aber da gibt es eine Szene in dem Film, in dem ich eine Laterne anzünde, ein Fahrrad fahre, einen Apfel von einem Wagen stehle und einem Waisenkind zuwerfe, während ich dabei mit einem Cockney-Akzent singe. Das sind die härtesten zehn Sekunden meines Lebens gewesen", sagt er.

Und es ist seine bis dato größte Rolle: Bis zu Mary Poppins war Lin-Manuel Miranda vor allem in TV-Serien wie "Die Sopranos", "Dr. House" oder "Modern Family" zu sehen gewesen.

Mirandas Welt aber ist und bleibt das Musical: An seinem 16. Geburtstag änderte sich sein Leben, als er das preisgekrönte Rock-Musical "Rent" (1996) von Jonathan Larson sah. Danach habe er sich frei gefühlt über sein Leben, seine Hoffnungen und Ängste zu schreiben, wie er 2004 in einem Essay preisgab. Kurz darauf entstand sein erstes Musical über ein rächendes Schwein, das an seiner Highschool aufgeführt wurde.

Etwas mehr als 20 Jahre später sollte Miranda, der auch Songs für den Animationshit "Vaiana" schrieb, auf dem berühmten Hollywood Walk of Fame einen eigenen Stern bekommen. "Ich fühle mich wie in einem Traum", sagte Lin-Manuel Miranda Ende letzten Jahres bei der Zeremonie in Los Angeles.