Berlin (dpa) - Alle Jahre wieder: Die Filmbranche feiert sich - und Emily Blunt feiert fröhlich mit. Sie ist 2019 schon bei den Golden Globes und den Critics' Choice Awards über den roten Teppich gelaufen, gewann aber nicht. Die Screen Actors Guild Awards (SAG) verließ sie indes mit Preis.

Mag ihre Trophäen-Ausbeute diesmal trotz jeder Menge Nominierungen geringer ausgefallen sein als wahrscheinlich erhofft, hat sich die Schauspielerin dennoch längst in die erste Liga der Stars hochgearbeitet. Nach ersten Erfahrungen auf der Theaterbühne, war sie im Coming-of-Age-Drama "My Summer of Love" (2004), ihrer ersten Hauptrolle im Kino, Kritikern positiv aufgefallen. Prompt wurde sie als beste Nachwuchsdarstellerin mit dem Evening Standard Award belohnt. Damals war sie gerade Anfang 20, heute wird sie 36.

Spätestens die Komödie "Der Teufel trägt Prada" (2006) mit Anne Hathaway (36) und Meryl Streep (69) hat sie dann international groß herauskommen lassen. Ausgezeichnet mit einem Bafta als "Schauspielerin des Jahres" 2009, verdrehte die gebürtige Britin, die seit 2015 auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, als Tänzerin in "Der Plan" (2011) einem Politiker (Matt Damon, 48) den Kopf. In der Komödie "Der große Buck Howard" trat sie neben John Malkovich (65) und Tom Hanks (62) auf, im Action-Abenteuer "Edge of Tomorrow" (2014) neben Tom Hanks (56).

Vergangenes Jahr hat Blunt nun mit gleich zwei großen Hollywood-Produktionen von sich reden gemacht: zuletzt in der Hauptrolle als das wohl berühmteste Kindermädchen der Welt im Musical-Märchen "Mary Poppins' Rückkehr", davor als besorgte Mutter, die zusammen mit ihrem Mann ihre Kleinen vor Aliens beschützen muss in "A Quiet Place". Dafür ist sie bei den SAG Awards im Januar ausgezeichnet worden.

Horrorstreifen sind dabei eigentlich gar nicht ihr Ding. Sie fürchte sich beim Schauen solcher Thriller, besonders wenn Kinder darin vorkämen. "Alle Arten von Filmen, in denen Kindern etwas Schreckliches passiert, kann ich mir nicht angucken", sagte Blunt kurz vor dem Kinostart der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das liege vor allem daran, dass sie selbst zweifache Mutter sei. "Ich glaube, emotional ist man dann noch anfälliger als vorher", führte sie aus, "aber bei diesem Film hat mir das geholfen."

Vater ihrer beiden Töchter, Hazel und Violet, ist ihr US-Kollege John Krasinski (39). Er hat sich in "A Quiet Place" nicht nur die Kamera mit seiner Frau geteilt, sondern auch Regie geführt. Und er ist voll des Lobes für seine Gattin, mit der er seit Sommer 2010 verheiratet ist: "Wenn du einen leichten Job haben willst, dann besetz den Film mit Emily Blunt. Denn sie ist unglaublich talentiert, aber auch sehr professionell" sagte er der dpa und bezeichnete das gemeinsame Filmprojekt als "eine Liebeserklärung an unsere Kinder". "Diese Idee von Familie und Elternsein, und wie weit man gehen würde, um seine Kinder zu beschützen, war der Grund, warum wir den Film machen wollten."

Bei der SAG-Gala richtete sich Emily Blunt, ganz in Rosa und mit der Statuette für ihre Leistung als beste Nebendarstellerin in "A Quiet Place" in der Hand, umgekehrt mit warmen Worten an ihren Mann, der im Publikum saß, wie ein Youtube-Video zeigt: "Du ist ein umwerfender Filmemacher. Ich bin glücklich, mit dir zu sein und diesen Film mit dir gemacht zu haben."