Athen (dpa) - Mitte der 60er Jahre sorgte die Band Forminx bei jungen Griechen im ganzen Land für Begeisterungsstürme. "Jeronimo Yanka" und "Love Without Love" sowie "Our Last September" waren die Superhits der Popmusiker, deren Konzerte immer wieder Hysterie auslösten.

Seele der Fünf-Mann-Gruppe war ein Junge mit einem markanten Bart: Evangelos Odysseas Papathanassiou, bekannt als Vangelis. Heute wird Vangelis 75.

Niemand konnte damals ahnen, dass der junge Musiker aus der mittelgriechischen Hafenstadt Volos rund 15 Jahre später den Oscar für die Komposition des Soundtracks zum Film "Chariots of Fire" (Die Stunde des Siegers) gewinnen und an seinem 75. Geburtstag als einer der weltweit bekanntesten Musiker gelten würde.

Vangelis wollte eigentlich Maler werden und studierte an der Akademie der Guten Künste in Athen. Die Musik brachte er sich selbst bei. 1968 zog er nach Paris und hatte dort zusammen mit den griechischen Musikern Demis Roussos und Loukas Sideras seinen ersten internationalen Erfolg - zusammen bildeten sie die Gruppe Aphrodite's Child. Vangelis komponierte die Musik zur LP "666", die als ein Klassiker des progressiven Rock gilt. 1973 startete Vangelis seine Solokarriere und experimentierte mit elektronischer Musik.

Nach dem Oscar für "Chariots of Fire" kam ein Erfolg nach dem anderen, darunter die Soundtracks für "Blade Runner" und "1492 - Die Eroberung des Paradieses". Anfang des neuen Jahrtausends begann Vangelis auch mit Orchestermusik zu experimentieren. 2002 komponierte er die Musik zur Fußball-WM in Korea und Japan. Als bestes Werk seiner neuen Orchestralmusik gilt die "Mythodea" mit choralen Abschnitten.

In Athen hat er die Institution Evangelos Papathanassiou gegründet, die jungen Musikern helfen und zur Förderung der Musik beitragen soll. Eine Initiative, die zu ihm passt, denn als internationaler Star gibt er sich nicht: Glamouröse Partys und große Auftritte sind seine Sache nicht.

"Er lebt nicht hier (in Griechenland). Ich kann Ihnen aber sagen, dass er weiter komponiert. Und er malt weiter", sagt der Vizepräsident seiner Stiftung Evangelos Kalafatis. Seinen Geburtstag werde er nicht groß feiern. "Er sieht dieses Datum nur als eine Gelegenheit darüber nachzudenken, was er versäumt hat in den vergangenen Jahren, um es in der kommenden Zeit zu erfüllen", fügt Kalafatis hinzu. "Er grüßt alle seine Fans", sagte er.