Berlin (dpa) - Kopfschmuck, schnelle Autos und Musik: Jay Kay macht seit fast drei Jahrzehnten Musik und lebt das Rockstar-Leben. Mit seiner Band Jamiroquai feierte er große Erfolge, obwohl die Anfänge nicht einfach waren.

Geboren wurde Jason "Jay" Kay am 30. Dezember 1969 im englischen Stretford als Sohn der Jazzsängerin Karen Kay. Seinen Vater, den portugiesischen Gitarristen Luís Saraiva, lernt er erst im Jahr 2001 kennen. Seine Mutter zieht ihn größtenteils alleine auf. Als Kind schnuppert er schon früh Bühnenluft und lernt aber auch die Schattenseiten des Künstlerdaseins kennen. So müssen er und seine Mutter wegen Geldmangels auf ihren Touren oft im Auto übernachten.

Als seine Mutter einen Moderationsjob bei der BBC bekommt, wird das Leben angenehmer. Dennoch fällt der junge Jay immer wieder mit Kleinkriminalität aus der Rolle, seine Mutter zieht die Reißleine und setzt ihn mit 15 vor die Tür. Nach chaotischen Jahren mit diversen Jobs beschließt er, sich voll auf die Musik zu konzentrieren.

Die frühen Neunziger sind genau die richtige Zeit: in den hippen Londoner Clubs und Bars läuft Acid Jazz, ein eklektischer Musikstil der gekonnt elektronische Musik, Soul, Funk und Jazz vereint. Bands wie "The Brand New Heavies" und "Galliano" sind populär. Einen Namen für seine zukünftige Band hat Jay Kay auch schon parat: "Jamiroquai", ein Zusammenschluss der Wörter Jam und dem Namen der indianischen Irokesen (Iroquois).

Obwohl er selbst kein Instrument auf spielt, schreibt er seine Songs selbst, indem er die Instrumente anderen Musikern vorsingt. Die zu Hause produzierte Single "When You Gonna Learn" wird Ende 1992 von dem Label Acid Jazz veröffentlicht - und wird zum Erfolg. Die Zusammenarbeit mit Schlagzeuger Derrick McKenzie, Keyborder Toby Smith, Bassist Stuart Zender und Percussionist Wallis Buchanan führt zum 1993er Album "Emergency on Planet Earth", welches die britischen Charts toppt.

Auf dem Albumcover: Ein stilisiertes Männchen mit überdimensionaler Büffelmütze. Kopfbedeckung und Kopfschmuck aller Art gekoppelt mit seinem Tanzstil werden das Markenzeichen von Jay Kay.

Das nächste Album "The Return of the Space Cowboy" wird noch erfolgreicher als sein Vorgänger, Jamiroquai treten mit ihrer Musik den weltweiten Siegeszug an. Es folgen weitere Alben mit Hits wie "Canned Heat", "Cosmic Girl" und "Little L", im Video zu letzterem taucht auch Heidi Klum auf, den beiden wird eine Liebschaft nachgesagt.

Und wie ein echter Rockstar hat er einen luxuriösen Geschmack: Er lebt auf einem historischen Landgut, umgeben von einem knapp 300.000 qm großen Park. In seiner Garage parken einige der exklusivsten und teuersten Autos der Welt, unter anderem ein seltener grüner Ferrari. Überhaupt ist Jay Kay kein Kind von Traurigkeit: Liebschaften, Kokainkonsum und Prügeleien mit Paparazzi machen in den Medien die Runde.

Aber in den letzten Jahren wird es dann ruhiger um ihn. Tief getroffen hat ihn der Tod seines Bandkollegen Toby Smith, der vor zwei Jahren plötzlich stirbt. 2015 wurde er Vater einer kleinen Tochter namens Carla, 2017 wird Töchterchen Tallulah geboren. Die Mutter seiner Kinder namens Maria hat er mittlerweile geheiratet, den grünen Ferrari hat er verkauft. Auf dem letzten Jamiroquai Album "Automaton" von 2017 heißt ein Lied auch Carla. Ein Lied namens Tallulah hatte er schon 2005 geschrieben. Vielleicht wusste er schon damals, was er alles erreichen wollte. Bis jetzt ist es schon ein ganz schön volles Leben gewesen.