Berlin (dpa) - Der Mann hat Humor - ein bisschen grimmig vielleicht, ein bisschen schrullig und schräg, aber doch Humor. Zu Weihnachten postete Marilyn Manson ein Foto von sich mit blutigem Auge, einer Papierkrone und einer Axt an der er leckt, um Bäume für alle Kinder zu fällen, wie er dazu schrieb.

Einer Menge Leute hat das gefallen, darunter auch Asia Argento und Courtney Love. Wer sich zum rebellischen Antichristen stilisiert und Baudelaires "Blumen des Bösen" als Tattoo auf den Rücken trägt, der hat - ganz klar - einen Hang zum verspielt Diabolischen.

Schon in Miltons epischem Gedicht "Paradise Lost" aus der Mitte des 17. Jahrhunderts ist Satan der aufbegehrende, der eigentliche Held - und in dieser Tradition steht auch Marilyn Manson, der sich immer schon als Außenseiter inszeniert hat, der seine persönlichen Dämonen in Kunst verwandelt.

Aber Marilyn Manson hat nicht nur "Bäume geschlagen", an Silvester hat er auch groß mit Ozzy Osborne, Rob Zombie und Jonathan Davis beim Ozzfest gefeiert - ein exquisites Treffen der Fürsten der Finsternis in Los Angeles, die alle auch schon ein bisschen in die Jahre gekommen sind. Heute feiert Marilyn Manson, er eigentlich Brian Hugh Warner heißt, seinen 50. Geburtstag.

"Heaven Upside Down" heißt das aktuelle Album des Schockrockers, auf dem sich Industrial-Rock, Metal, Glam und Punk zu einer explosiven Mischung verbinden. In Songs wie "We Know Where You Fucking Live", "Say10" und "Kill4Me" klingt er, nachdem ihn einige Kritiker schon abgeschrieben haben, noch immer ziemlich wütend. Mit den dazugehörigen Videos sorgte er zudem für Mini-Skandälchen: In den Clips sieht man ihn und seinen Hollywood-Kumpel Johnny Depp Drogen- und Sexorgien feiern.

An die verändernde Kraft der Kunst glaubt der Schockrocker zwar nicht, wie er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" einmal sagte. "Mein Ansatz ist ein anderer: Ich will Chaos sein. Ein Stachel im Fleisch."

Und für viele in Amerika war Marilyn Manson Ende der 90er Jahre gar eine Art Staatsfeind Nummer 1 geworden. Von konservativer Seite wurde ihm vorgeworfen, er trage mit seiner aggressiven Musik und seinen düsteren Texten eine Mitschuld am Blutbad an der Columbine High School in Colorado. In einigen US-Bundesstaaten erhielt er prompt Konzertverbot. In Michael Moores Dokumentarfilm "Bowling for Columbine" (2002) kontert er aber all seine Kritiker rhetorisch äußerst geschliffen gnadenlos aus.

Auch als Maler hat sich Marilyn Manson inzwischen einen Namen gemacht. Seine Motive? Vor allem jede Menge verstörende Selbstporträts.