Berlin (dpa) - Die Welt des Unheimlichen und Fantastischen - das Unerklärliche: Gerade ging im ZDF eine mehrteilige Reihe mit Mystery-Filmen zu Ende. Und mit "The Visit" und "Split" standen gleich zwei Werke von M. Night Shyamalan, der heute 50 Jahre alt wird, auf dem Programm.

Und wie sieht diese mysteriöse Welt des US-Regisseurs so aus? In "The Visit" (2015) verbringen zwei Teenager eine Woche bei Oma und Opa, die sie noch nie gesehen haben. Die beiden dürfen tun und lassen, was sie wollen - eine Regel gibt es allerdings: Ab halb zehn Uhr abends sollen sie ihr gemeinsames Zimmer nicht mehr verlassen. Schon bald geht es um Leben und Tod.

In "Split" (2017) spielt James McAvoy eine gespaltene Persönlichkeit mit 23 Identitäten, zwei davon gelten als "unerwünscht". Doch ausgerechnet diese beiden übernehmen mehr und mehr die Kontrolle über Kevin Wendell Crumb, dessen irres Grinsen angsteinflößend ist.

"Split" ist der mittlere Film einer Triologie, die M. Night Shyamalan bereits mit dem Film "Unbreakable - Unzerbrechlich" (2000) begann, in dem Bruce Willis die Hauptrolle spielt. Vor den Toren von Philadelphia fordert ein schreckliches Zugunglück 131 Todesopfer. Nur ein einziger Passagier überlebt: David Dunn (Bruce Willis) hat noch nicht einmal eine Schramme. Er zerbricht sich den Kopf, um eine Erklärung dafür zu finden.

Vollendet wurde diese Trilogie kürzlich mit dem Mystery-Schocker "Glass" (2019), in dem der "unverletzliche" David Dunn, der dämonisch-geniale Glasknochenmann Elijah Price (Samuel L. Jackson) und der Psychopath Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) wieder auftauchen.

Keine Frage, M. Night Shyamalan ist der Mystery-King. Den Titel hat er sich bereits mit seinem zweiten Spielfilm "The Sixth Sense" (1999) erworben, in dem Bruce Willis einen Psychiater spielt, dessen kleiner Patient Cole (Haley Joel Osment) Verhaltensstörungen und Misshandlungen aufweist. Der achtjährige Junge ist von Geistern umgeben und versucht, zusammen mit dem Kinderpsychologen, eine Erklärung für seine übernatürlichen Kräfte zu finden.

Sechs Oscar-Nominierungen heimste der Kultfilm damals ein, aber die Karriere von M. Night Shyamalan verlief nicht ohne Schattenseiten. Nachdem er mit "The Sixth Sense" zum Star wurde, sollte er zehn Jahre später böse abstürzen.

Seine Misere begann mit dem kitschigen Fantasy-Spektakel "Die Legende von Aang", das bei den Razzie Awards als "Schlechtester Film des Jahres 2010" ausgezeichnet wurde. Fünf "Goldene Himbeeren" gab es insgesamt.

Bei den Kritikern mag der Film durchgefallen sein, sein Publikum fand er aber dennoch: Mehr als 300 Millionen Dollar spielte "Die Legende von Aang" weltweit ein. Danach wurde die Budgets zwar kleiner, aber der Erfolg kehrte langsam zurück und brachte M. Night Shyamalan wieder zurück in die Spur.

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