Berlin (dpa) - Kaum jemand schreibt und inszeniert in Hollywood so schöne und erfolgreiche Romantik-Komödien wie Nancy Meyers, die heute 70 Jahre alt wird. Mit einem unglaublichen Gespür für witzige Dialoge und intelligent-ironische Seitenhiebe auf den ewigen Geschlechterkampf begeistert sie Zuschauer und Kritiker gleichermaßen.

Mit ihrem Drehbuch zu der Komödie "Schütze Benjamin" (1980), das sie gemeinsam mit ihrem damaligen Partner Charles Shyer ("Männerwirtschaft") schrieb, gelang der US-Amerikanerin ein Kassenschlager, der Goldie Hawn zudem eine Oscar-Nominierung für die beste Hauptrolle einbrachte. Hawn spielte eine junge Witwe, die zum Militär geht, um ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben. Eine Oscar-Nominierung gab es für das Drehbuch obendrein.

Es folgten weitere Erfolge wie "Baby Boom - Eine schöne Bescherung" (1987) oder "Vater der Braut" (1991). Mit "Ein Zwilling kommt selten allein" (1998) gab Nancy Meyers schließlich ihr Regie-Debüt - mit Lindsay Lohan als doppeltes Lottchen. Charles Shyer hatte den Film produziert, der weltweit mehr als 90 Millionen Dollar einspielte.

In "Was Frauen wollen" (2000) lieferte Mel Gibson als Macho, Clown und Frauenversteher eine unerwartet grandiose Vorstellung als Komödiant ab. In der Romanze "Was das Herz begehrt" (2003) spielen Jack Nicholson und Diane Keaton ein älteres Liebespaar. Harry (Nicholson), Anfang 60, erleidet beim Liebesspiel mit seiner jungen Geliebten einen Herzanfall und lernt ihre Mutter Erica (Keaton) kennen. Beide verlieben sich ineinander - und ergreifen erstmal die Flucht.

In den Filmen von Nancy Meyers geben sich die Stars die Klinke in die Hand. Das gilt auch für "Liebe braucht keine Ferien" (2006). Angeblich hatte Meyers die Besetzung bereits beim Schreiben des Drehbuchs vor Augen. "Als ich Jack (Black) in 'School of Rock' sah, habe ich mich auf der Stelle in ihn verliebt. Diese Rolle habe ich für ihn geschrieben", sagte die erfolgreiche Regisseurin. In der Weihnachts-Komödie über vier Großstadt-Singles auf der Suche nach Liebe spielen außerdem noch Kate Winslet, Jude Law und Cameron Diaz mit.

Nach der Komödie "Wenn Liebe so einfach wäre" (2009), in der zwei Männer (Alec Baldwin, Steve Martin) um die Gunst einer Frau (Meryl Streep) buhlen, inszenierte Nancy Meyers mit "Man lernt nie aus" (2015) ihren vorerst letzten Kinofilm, in dem Robert De Niro, an der Seite von Anne Hathaway, zum Praktikanten im Rentenalter wird.

"Ich werde älter und meine Charaktere auch", sagte Meyers damals der Deutschen Presse-Agentur. "Der Blick ist heute auf junge Leute gerichtet, und es ist toll, was die leisten. Aber deshalb sollte man die Senioren nicht vergessen."

Zuletzt war Nancy Meyers als Produzentin in Erscheinung getreten - für ihre Tochter Hallie Meyers-Shyer und deren Debütfilm "Home Again" - nicht ganz überraschend ist der Film eine romantische Komödie.