Berlin (dpa) - Sie ist extrovertiert, laut und schrill: Mit ihrer forschen Art ist Pink eine absolute Ausnahmeerscheinung in der so häufig glatt gebügelt erscheinenden Popwelt. Und die Powerfrau aus Doylestown, Pennsylvania hat auch ein ganz großes Herz.

Kürzlich unterbrach Pink ein Konzert im australischen Brisbane, um einem trauernden Fan Trost zu spenden. Auf einem Plakat hatte ein Mädchen geschrieben, dass es kürzlich seine Mutter verloren habe und ihr eine Umarmung gut tun würde. Die Sängerin kletterte daraufhin von der Bühne, umarmte und tröstete die 14-Jährige.

Sie wünsche sich, hat Pink bereits vor einiger Zeit gesagt, dass die Leute wieder mehr echte Gefühle zuließen: "Manchmal möchte ich ihnen die Smartphones aus der Hand reißen und sie umarmen." Diese Idee hat sie in ihrem Song "Better Life" aus ihrem aktuellen Album "Beautiful Trauma" verarbeitet.

"Beautiful Trauma" war nach einer fünfjährigen Pause im Oktober 2017 erschienen. Zum großen Teil geht es in den 13 neuen Songs - wie gewohnt - um komplizierte Beziehungen und Trennungen. Und davon kann die zweifache Mutter tatsächlich ein Lied singen. Denn ihre mittlerweile rund 17 Jahre andauernde Beziehung mit Motocross-Profi Carey Hart ist ein ständiges Auf und Ab, inklusive zweier Trennungen.

Mit ihrem aktuellen Album ist Pink momentan auf großer Welttournee. Und so wird die Sängerin ihren 39. Geburtstag in Neuseeland auf der Bühne feiern - bei einem Konzert in Auckland. Ein Geburtstagsständchen von den Fans dürfte dabei garantiert sein.

Pink war 16, als sie ihren ersten Plattenvertrag unterschrieb. Im Jahr 2000 kam ihr Debütalbum "Can't Take Me Home" auf den Markt. Richtig zufrieden war sie damit nicht: "Ich hatte nicht viel kreative Kontrolle bei meinem ersten Album. Ich war einfach froh, nicht mehr bei McDonald's arbeiten zu müssen", sagte sie im Rückblick. Immerhin: "Can't Take Me Home" verkaufte sich weltweit vier Millionen Mal und warf auch einige Hit-Singles ab.

Hits sollte die Rockröhre in der Folgezeit reichlich haben: "Get The Party Started", "U And Ur Hand", "Just Like A Pill", "Trouble", "Try", "Raise Your Glass" oder "So What" - moderne Rock-Pop-Songs. die mal verletzlich und häufig auch wütend sind.

Ihre Meinung hat Pink, die sich nie auf ihr Aussehen und ihre Stimme reduzieren ließ, schon immer lautstark und deutlich vertreten. So kritisiert sie beispielsweise in "Stupid Girls" (2006) den Schönheitswahn im Showbusiness. In "Dear Mr. President" von 2007 rechnet sie mit dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush und seiner Irak-Politik ab.

Ein ähnlich offener Brief an Donald Trump blieb auf "Beautiful Trauma" zwar aus, aber in dem Song "What About Us" prangert sie dennoch die politische Lage an und fragt: "Was ist mit all den Antworten, die du hattest? Was ist mit all den Plänen, die im Desaster endeten? Was ist mit Liebe? Was ist mit Vertrauen? Was ist mit uns?"

Auch in der Erzeihung ihrer Kinder setzt Pink auf Ehrlichkeit und offene Worte. "Ich sage meiner Tochter die Wahrheit", erklärte sie dem Promi-Portal "People". Dazu gehöre auch, ihr zu erklären, "dass Mädchen manchmal für denselben Job nicht so gut bezahlt werden wie Jungs und dass Mädchen nicht gleich behandelt werden und dass sie für alles härter arbeiten müssen", so Pink. Ihrem kleinen Sohn wolle sie mit auf den Weg geben, dass es erlaubt sei, sensibel zu sein.

Website Pink