Berlin (dpa) - Der Mann ist ein echter Workaholic. Fast im Jahresrhythmus bringt Jack White neue Alben heraus, tummelt sich als Gitarrist, Songwriter, Produzent, Roots-Music-Archäologie und Chef seines eigenen Plattenlabels "Third Man Records".

Gerade eben hat White mit einer seiner Bands, den Raconteurs, das Album "Help Us Stranger" veröffentlicht. Heute feiert der vielbeschäftige Rockstar der etwas anderen Art seinen 44. Geburtstag.

Alles fing an mit den White Stripes, der coolsten Band der frühen Nuller-Jahre. Zusammen mit der Schlagzeugerin Meg White kultivierte Jack White einen minimalistischen Blues-Rock, der mit "Seven Nations Army" mindestens einen Songklassiker hervorbrachte. Von 1997 bis 2011 existierte das unvergleichliche Duo. Über das persönliche Verhältnis der beiden Whites, die zwischenzeitlich verheiratet waren, gab es massig Gerüchte.

Nach den White Stripes und den seligen "Garage Rock"-Zeiten verwandelte sich Jack White in einen routinierten Bluesrocker, dessen virtuose Roots-Music aber eher an der Vergangenheit orientiert ist. Geboren wurde Jack White am 9. Juli 1975 in der einstmals stolzen Autostadt Detroit, die in den letzten Jahrzehnten einen rasanten Abstieg zu einer Ghosttown erleben musste. Aber Jack White steht zu seiner Geburtsstadt, die immer noch viel Energie hat und auch Filmemacher und Musiker inspiriert.

Als die Detroiter Konzerthalle "Masonic Temple" 2013 vor der Zwangsversteigerung stand, bezahlte White die Steuerschulden in Höhe von rund 142 000 Dollar.
"Jacks Spende hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können und wir werden ihm für immer dankbar
sein", sagte der Leiter der Konzerthalle. Im "Masonic Temple"
hatte White bereits mit den White Stripes Konzerte gegeben.

In einem Punkt versteht der Analog-Liebhaber White übrigens überhaupt keinen Spaß. Er hasst Smartphone bei Konzerten, und lässt die Dinger vor seine Konzerten einsammeln - um den Zuschauern ein authentisches Konzerterlebnis zu ermöglichen. Und den Leute scheint dies zu gefallen.