München (dpa) - Der Schauspieler Jürgen Tarrach ("Lissabon-Krimi") ist gerne auch mal wehmütig. "Es ist das Gefühl, das man bekommt, wenn man Fotos der Kinder anschaut. Bilder aus den Tagen, als sie durchs Wohnzimmer getobt sind und Theater gespielt haben", sagte der 58-Jährige dem "Münchner Merkur".

"In solchen Momenten habe ich immer ein Lächeln im Gesicht, und gleichzeitig macht es mich traurig, dass diese schöne Zeit vorbei ist." Der Schauspieler aus Berlin hat eine Tochter und einen Sohn, die schon erwachsen sind.

Ausdruck finden solche Emotionen bei Tarrach unter anderem in der Musik. Kürzlich erschien sein Album "Zum Glück traurig", auf dem er Lieder im Stil der portugiesischen Fado-Musik singt. "Es ist eine Art Wehklage-Gesang, der die Melancholie feiert", erklärte er.

Die Deutschen seien dafür vielleicht ein bisschen zu sachlich gestrickt. "Melancholie ist in Deutschland immer noch für viele das Symptom einer Gemütskrankheit und nicht wie in Frankreich und Portugal Sinnbild für zutiefst menschliches Sein." Auch ein Grund, warum der Schauspieler die Dreharbeiten für die ARD-Krimireihe "Lissabon-Krimi" schätzt, in der er einen Rechtsanwalt spielt.

Website Jürgen Tarrach

Zum Glück traurig