Berlin (dpa) - Uschi Glas (76) sieht die Corona-Pandemie auch als Zeit des Lernens vor allem für Jüngere. "Ich würde nicht sagen, dass es jungen Leuten schlecht gehen muss, damit etwas Gescheites aus ihnen wird", sagte die Schauspielerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

"Wobei wir jetzt ja eine Situation haben, wo sich alle Kinder und Jugendlichen, die noch nie eine Not erlebt haben, einschränken müssen - und das auch lernen müssen. Das war wie ein Donnerschlag, aber immerhin ist es kein Krieg."

Glas ist vom 6. August an im Kinofilm "Max und die wilde 7" zu sehen, in dem es um das Spiel der Generationen zwischen Jung und Alt geht. Über ihre eigene Jugend sagt sie: "Ich habe eben Gottseidank meinen Kopf gehabt, und darin steckte Widerspruchsgeist ohne Ende. Wenn jemand gesagt hat, es geht nicht, habe ich gemeint: "Moment mal. Warum ist das so?" Ich wollte mir nichts vorschreiben lassen."

Als junge Schauspielerin Ende der 60er Jahre sei es nicht immer leicht für sie gewesen, sagte Glas, die in Landau an der Isar aufwuchs. "Bei den Studenten in München haben halt oft die Eltern die Wohnung bezahlt. Die konnten da natürlich gut diskutieren. Ich dagegen musste immer mein Geld selbst verdienen. Ich musste die ersten Schauspielstunden selbst bezahlen, genauso meine Miete und mein Essen. Meine Eltern meinten: "Wenn du nach München gehst, dann musst du selbst für dich sorgen." Das würde ich nicht unbedingt jedem wünschen wollen, aber ich habe es dann hingekriegt."

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