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Hochzeit 2019 Die Trends der Braut- und Bräutigammode

Verspielt, aber zugleich erwachsen - so lässt sich die Brautmode 2019 beschreiben. Sie bedient sich dem kindlichen Prinzessinnen-Stil, aber so dezent, dass er Frauen steht. Genauso hält sie es mit Weiß - "Dirty-White" nennt sich der neue Farbtrend.

Von Jana Illhardt, dpa 03.01.2019, 12:13

Münster (dpa/tmn) - Royale Hochzeiten beeinflussen oft die Hochzeitsmode im darauffolgenden Jahr. 2018 gab es gleich einige davon: Allen voran die von Prinz Harry und der jetzigen Herzogin Meghan in London. Aber auch die von Prinzessin Eugenie mit Jack Brooksbank.

Die Kleider der beiden Frauen hatten eines gemein: die A-Linie. Und die findet sich auch vornehmlich in den Kollektionen der Brautmoden-Hersteller für die Saison 2019. Das müssen Bräute wissen:

Wie sieht die A-Linie aus?

Das Oberteil liegt eng an, der Rock ist ausgestellt - wie der großgeschriebene Buchstabe A. Den meisten Frauen steht dieser Schnitt - und es ist auch der Klassiker unter den Brautkleidern. Diese Passform hat viele Vorteile: Der ausgestellte Rock kaschiert die typischen Problemzonen, denn der Stoff fällt locker über Oberschenkel und Po. Zugleich werden Dekolleté und die Taille betont, teils durch eine Schnürung.

Wie setzt die Brautmode das um?

Die beiden royalen Bräute hatten insgesamt zwar aufgrund ihres Schnittes voluminöse und prächtige Kleider, die zugleich aber schlicht wirkten. Die Hersteller gehen das oftmals ähnlich an. Erst beim näheren Blick darauf fallen feine Spitze und Stickereien als Details auf. Und häufig ist das Oberteil des Kleides schlicht gearbeitet, der Rock dafür auffälliger.

"Er ist in feinem Tüll gearbeitet, in den Glitzerfäden eingewoben wurde", nennt Susan Lippe-Bernard ein Beispiel. Sie ist Chefredakteurin des Magazins "Braut & Bräutigam" in Münster. Nicht selten finden sich funkelnde Details auch in den filigranen Trägern wieder. Insgesamt vermitteln die Kleider einen luftigen und unbeschwerten Eindruck. "2019 werden die Stoffe leichter", berichtet Sonja Schulz von der Seite Hochzeitsportal24 in Mühlacker (Baden-Württemberg). Und sie seien körpernah verarbeitet, der Unterreif-Rock gehöre der Vergangenheit an. "So kann die Braut abends auch ordentlich tanzen."

Welche Farben spielen bei der Brautmode eine Rolle?

Sie farbig zu nennen, wäre übertrieben. Zwar finden sich immer mal rote oder schwarze Kleider in den Kollektionen, aber die mit Abstand große Mehrheit der Brautmode ist und bleibt weiß. Wobei Weiß ja auch Schattierungen hat. Reines Weiß ist hier schon längst in Richtung Beige und Eierschalenfarbe gewandert. Was auch daran liegt, dass das den meisten Menschen besser steht als das strahlende Reinweiß.

Neu in diesem Jahr ist eine noch stärkere Tendenz hin zu hautschmeichelnden Tönen - "allen voran Dirty-White, also Nude-Töne wie ein leichtes Cappuccino, wozu goldene Schuhe hervorragend passen", erklärt Fachjournalistin Lippe-Bernard.

Leichte Blush-Töne ergänzen das Bild. Das englische Wort "blush" steht für erröten, dazu gehören also klassische Rougefarben wie Apricot und Rosé. "Lavendel und Rauchblau spielen ebenso eine große Rolle, die ganz zart unter den vielen Tülllagen zum Vorschein kommen", ergänzt Kerrin Wiesener vom Bund deutscher Hochzeitsplaner. "Außerdem sind Gold-, Bronze- und Silbertöne ein Trend."

Was sind die Alternativen zur A-Linie?

Das Gute an der Mode ist inzwischen, dass sie immer alles bietet. Und man muss auch gar nicht intensiv danach suchen, denn die Brautmode-Designer fokussieren sich aktuell - neben dem A-Look als Haupttrend - auch noch auf einen weiteren Stil: den Boho, ein Hippie-Look. Die Kleider haben eine fließende Form sowie einen geraden und locker sitzenden Schnitt. Diese Form war in den vergangenen Jahren schon gefragt, und bleibt es laut den Experten weiterhin. Wobei der Vintagelook grundsätzlich schon auf dem Rückzug sei, das gilt auch für die eng sitzenden Meerjungfrauenkleider.

Was trägt der Bräutigam?

An so einem Tag darf der Mann mal auffallen: Geht es nach den Modedesignern, kann der Bräutigam von 2019 an seinem Hochzeitstag Farbe vertragen. Für Susan Lippe-Bernard vom Magazin "Braut & Bräutigam" in Münster ist ein Anzug in dunklem Weinrot "absolut angesagt". "Das bordeauxrote oder burgunderfarbene Hemd rundet den Ton-in-Ton-Look ab." Weniger auffällig, aber immerhin farbig ist Tintenblau die angesagte Alternative zum schwarzen Anzug. Denn davon gebe es kaum noch Modelle, so die Expertin für Hochzeitsmode.

Die Passform bleibt körperbetont. "Wir sehen perfekt geschneiderte Anzüge mit schmaler Passform für einen sexy Gentlemen-Look", berichtet Kerrin Wiesener vom Bund deutscher Hochzeitsplaner. "Grundsätzlich ist die Passform jedes Anzugs 2019 darauf ausgelegt, die maskulinen Vorzüge von breiten Schultern und schmaler Hüfte zu betonen."

Welche Accessoires für den Mann?

Binder, also Krawatten, bleiben aktuell das Accessoire Nummer eins. "Sie werden farblich passend auf das Brautkleid abgestimmt", seien aber dennoch ausgefallen, erklärt Sonja Schulz von der Seite Hochzeitsportal24. Es gebe sogar Varianten aus Holz mit Gravuren. Passende Einstecktücher, Manschettenknöpfe und eine schöne Uhr runden das Outfit ab.

"Aber es gibt noch viel mehr Möglichkeiten, seinem Stil Ausdruck zu verleihen", sagt Wiesener. "Socken müssen zum Beispiel nicht nur langweilig schwarz sein." Insgesamt sind zu Anzügen derzeit bunte, wenn nicht gar mit fröhlichen Mustern und Motiven bedruckte Socken beliebt - gemeinhin ist dafür der Markenname "happy socks" auch schon in den Sprachgebrauch übergegangen.

So sieht 2019 die typische A-Line bei Brautkleidern aus - hier im Boho-Style von Lilly (Preis auf Anfrage). Foto: Lilly
So sieht 2019 die typische A-Line bei Brautkleidern aus - hier im Boho-Style von Lilly (Preis auf Anfrage). Foto: Lilly
Lilly
Mit seinem schwingenden Rock in A-Linie und seinem feinen Elfenbein-Ton liegt das Brautkleid von Kleemeier 2019 voll im Trend (Preis auf Anfrage). Foto: Kleemeier
Mit seinem schwingenden Rock in A-Linie und seinem feinen Elfenbein-Ton liegt das Brautkleid von Kleemeier 2019 voll im Trend (Preis auf Anfrage). Foto: Kleemeier
Kleemeier
Angesagt sind 2019 auch Kleider in leichten Blush-Tönen, also klassischen Rougefarben wie Apricot und Rosé, wie hier von Noni (Preis auf Anfrage). Foto: Le Hai Linh/Noni
Angesagt sind 2019 auch Kleider in leichten Blush-Tönen, also klassischen Rougefarben wie Apricot und Rosé, wie hier von Noni (Preis auf Anfrage). Foto: Le Hai Linh/Noni
Noni
Die A-Line - wie hier bei Ladybird - kaschiert etwaige Problemzonen und ist besonders günstig für Frauen mit weiblichen Rundungen (Preis auf Anfrage). Foto: Ladybird
Die A-Line - wie hier bei Ladybird - kaschiert etwaige Problemzonen und ist besonders günstig für Frauen mit weiblichen Rundungen (Preis auf Anfrage). Foto: Ladybird
Ladybird
Einmal wie eine Prinzessin aussehen, das ist 2019 auch mit einer A-Line möglich, wie das oppulente Kleid von Ladybird zeigt (Preis auf Anfrage). Foto: Ladybird
Einmal wie eine Prinzessin aussehen, das ist 2019 auch mit einer A-Line möglich, wie das oppulente Kleid von Ladybird zeigt (Preis auf Anfrage). Foto: Ladybird
Ladybird
Die filigranen Blumen und Schmetterlinge fallen erst beim näheren Hinsehen auf: das elfenbeinfarbige Kleid stammt aus dem Haus Modeca (Preis auf Anfrage). Foto: Alexander Lipkin/Modeca
Die filigranen Blumen und Schmetterlinge fallen erst beim näheren Hinsehen auf: das elfenbeinfarbige Kleid stammt aus dem Haus Modeca (Preis auf Anfrage). Foto: Alexander Lipkin/Modeca
Modeca
Der Stoff fällt fließend, der Stil ist schlicht und doch hat das Brautkleid von Cymbeline einen aufregenden Rückenausschnitt (Preis auf Anfrage). Foto: Cymbeline
Der Stoff fällt fließend, der Stil ist schlicht und doch hat das Brautkleid von Cymbeline einen aufregenden Rückenausschnitt (Preis auf Anfrage). Foto: Cymbeline
Cymbeline
Brautkleider sind 2019 oft körpernah verarbeitet und zeigen so eine schmale A-Linie wie etwa das Kleid von Kisui (Preis auf Anfrage). Foto: kisui
Brautkleider sind 2019 oft körpernah verarbeitet und zeigen so eine schmale A-Linie wie etwa das Kleid von Kisui (Preis auf Anfrage). Foto: kisui
kisui
Dieses Modell von Weise erinnert an das schlichte, elegante Brautkleid der jetzigen Herzogin Meghan - nur der Ausschnitt ist hier etwas extravaganter und die Ärmel sind sommerlich kurz. Foto: Weise
Dieses Modell von Weise erinnert an das schlichte, elegante Brautkleid der jetzigen Herzogin Meghan - nur der Ausschnitt ist hier etwas extravaganter und die Ärmel sind sommerlich kurz. Foto: Weise
Weise
Der Anzug vom Bräutigam darf 2019 körperbetont sein - wie hier in angesagtem Blau von Digel (Sakko ca. 370 Euro, Hose ca. 120 Euro, Hemd ca. 65 Euro, Weste ca. 100 Euro, Fliege ca. 50 Euro). Foto: Digel
Der Anzug vom Bräutigam darf 2019 körperbetont sein - wie hier in angesagtem Blau von Digel (Sakko ca. 370 Euro, Hose ca. 120 Euro, Hemd ca. 65 Euro, Weste ca. 100 Euro, Fliege ca. 50 Euro). Foto: Digel
Digel
2019 sind Anzüge in dunklem Weinrot absolut angesagt - hier ein Modell von Wilvorst aus der Kollektion After Six (Anzug ca. 490 Euro, Weste ca. 120 Euro, Plastron mit Einstecktuch ca. 70 Euro). Foto: Wilvorst After Six
2019 sind Anzüge in dunklem Weinrot absolut angesagt - hier ein Modell von Wilvorst aus der Kollektion After Six (Anzug ca. 490 Euro, Weste ca. 120 Euro, Plastron mit Einstecktuch ca. 70 Euro). Foto: Wilvorst After Six
Wilvorst After Six
Tziacco präsentiert eine Kombination für den Bräutigam im dunklem Marineblau (Sakko ca. 420 Euro, Hose ca. 150 Euro, Weste ca. 160 Euro, Plastron mit Einstecktuch ca. 70 Euro). Foto: Tziacco
Tziacco präsentiert eine Kombination für den Bräutigam im dunklem Marineblau (Sakko ca. 420 Euro, Hose ca. 150 Euro, Weste ca. 160 Euro, Plastron mit Einstecktuch ca. 70 Euro). Foto: Tziacco
Tziacco