Schönebeck l Nein, Petrus und die CDU sind wohl nicht unbedingt die besten Freunde. Als am Mittwoch um 15 Uhr ein Kran am Kreisverkehr Heinitzhof vorfährt, zeigt das Wetter seine winterlichen Ausläufer: Graupel prasseln hernieder, ein eisig-scharfer Wind weht. Erst in jenem Moment, als die drei Meter hohe Skulptur auf dem kleine Fundament im Kreisverkehr abgesetzt ist, ändert sich die Laune von Petrus wieder.

Geschafft wurde die Aktion trotzdem. Dies ist nicht zuletzt auf die Erfahrung der Männer von Henschel Metallbau aus Tornitz zurückzuführen. Die Firma von Geschäftsführer Eckhard Henschel war es auch, die die erste Skulptur für die Stadt Schönebeck fertigte. Zurück geht die Idee auf Gunnar Schellenberger (CDU).

Er und die Mittelstandsvereinigung (MIT) des Salzlandkreises sind die Initiatoren. „Kunst im öffentlichen Raum finde ich ganz spannend“, berichtet der Landtagsabgeordnete im Gespräch mit der Volksstimme. Die Grundidee hat er bei einem Besuch aus Portugal mitgebracht und wollte diese unbedingt auch hier in der Stadt umsetzen.

Bilder

"Salzstadt" aufgestellt

Nach Gesprächen und Vorbereitungen war es nun am Mittwoch soweit: Das kreisrunde Bildnis mit den beiden Schriftzügen „SALZ“ und STADT“ sowie stilisierten und farbigen Salzkörnchen sollen ein Stück Historie darstellen. Rund 1,5 Tonnen wiegt das Werk und wurde in zweiwöchiger Produktion in der Tornitzer Metallschmiede hergestellt.

Die Umsetzung dafür stammt von dem Magdeburger Designer Matthias Trott. Er steht nun auch für die MIT und weiteren Vorschlägen bereit, noch vier weitere Figuren für vier andere Kreisverkehre in der Stadt zu schaffen. Die Volksstimme begleitet die Aktion und ruft die Leser auf, sich mit Ideen zu beteiligen.

Neben dem Heinitzhof gibt es in der Elbestadt noch sechs Kreisverkehre. Der in der Tischlerstraße scheidet aus, weil er komplett überfahrbar ist. Dort eine Skulptur aufzustellen, wäre ein verkehrstechnisches Risiko. Auch der Kreisverkehr Am Stremsgraben ist außen vor, weil die Stadt gemeinsam mit Unternehmen im Gewerbegebiet andere Planungen hat. So bleiben die Kreisverkehre in Grünewalde, der Ruth-Lübschütz-Platz sowie an der Calbischen und der Barbyer Straße.

„Wir haben die Idee, dass sich bestimmte Themen, die in der Gesichte der Stadt prägend waren, sich dort wiederfinden können“, macht Schellenberger, der Vorsitzender der MIT ist, aufmerksam. Als Beispiele zählt er die Schifffahrt auf der Elbe auf, die Munitionsproduktion, Carl Hermann, der das Element Cadmium mitent-deckte, die Traktoren- sowie Dieselmotorenproduktion und vielleicht auch das Schönebeck von Heute: der Pylon der Elbauenbrücke.

Ideen auf Machbarkeit prüfen

„Künstler Matthias Trott hat dafür schon einige Projetskizzen entworfen. Er ist aber gern bereit, in unserem Auftrag auch andere Ideen umzusetzen“, so Schellenberger. Dafür wird demnächst eine Jury gebildet, die die Vorschläge gemeinsam mit dem Künstler auf Machbarkeit prüft.

Während für die erste Skulptur die MIT als Sponsor auftritt, suchen Schellenberger und die Wirtschaftsvereinigung für die vier anderen noch Paten. „Erste Gespräche mit großen Firmen hat es schon gegeben. Ich bin sehr optimistisch, dass wir das Projekt weiter umsetzen können“, sagte er. Zudem sollen die Kreisverkehre noch in der Grundgestaltung dem Motiv angepasst werden. Außerdem werden Sponsoren für die Pflege gesucht.