Osterburg l Vielleicht noch ein paar Tage, dann neigen die Sonnenblumen endgültig das Haupt. Die 1,50 Meter bis 1,70 Meter großen Exemplare, die sich am westlichen Rand des Grundstückes an der Feldstraße in Reih und Glied anein­anderschmiegen, sie sind nicht auffällig groß für einen Ort, an dem schon über vier Meter große Sommerblumen paradierten. Und doch besonders. Sie sind die vermutlich letzten Exemplare, die Gerhard Gatz (84) angepflanzt hat. „Ich habe ihren Anblick immer genossen. Aber die Arbeit wird mir jetzt dann doch zu viel“, lässt der Osterburger aus Altersgründen von dem Hobby ab. Über das führte er viele Jahre genau Buch. Gerhard Gatz trieb die gelben Riesen mit guter Durchlüftung des Bodens, Verwendung von abgelagertem Kompost, Düngung sowie nicht zuletzt reichlich Wasser bis zur Spitze. Sage und schreibe 4,44 Meter hoch sei das größte Exemplar gewesen, blickt er stolz zurück. Und denkt daran, „dass mir das jedes Jahr aufs Neue Spaß gemacht hat, die Blumen zu pflanzen“.

Er habe es sehr genossen, sich morgens auf eine kleine Sitzecke in seinem Garten zurückzuziehen und die Sonnenblumen zu beobachten. „Sie haben mich begrüßt, ihr Haupt gesenkt und sind dann immer mit der Sonne mitgewandert“, berichtet er. Besonderen Gefallen fand er daran, „den Vögeln zuzuschauen, wenn sie in den Sommerblumen ihr Futter fanden. Sie durften das. Die Vögel hatten meine Erlaubnis dazu“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Mit etwas Wehmut zieht Gerhard Gatz jetzt den Schlussstrich. Aber das konsequent. So möchte er auch die Samenkerne abgeben, die er über die Jahre gesammelt und aufbewahrt hat. Wer Interesse daran hat, kann sich gern in der Volksstimme-Redaktion melden.