Pollitz l Die Kommune musste sich wegen des Ersatzneubaus lange in Geduld üben. Das Land hatte schon vor über drei Jahren 1,2 Millionen Euro aus dem Hochwasserschadensbeseitigungsprogramm zugesagt, um den Ersatzneubau zu 100 Prozent zu finanzieren. Ein einzelner Protest sorgte dafür, dass das Projekt noch einmal auf den Prüfstand musste, um am Ende doch genehmigt zu werden (wir berichteten).

Inzwischen nimmt die neue Brücke Gestalt an. Die mit Stahl bewehrte und im Mittelteil verspannte Betonkonstruktion ist mittlerweile ausgehärtet und ausgeschalt. Fast mit kühnem Schwung verbindet der schlanke Bau beide Ufer miteinander.

Die Kurve auf der östlichen Seite des Alands sorgt für die richtige Anbindung an den Radwanderweg am Flussdeich. Mit Altmark-Rundkurs, Milde-Biese-Aland-Radweg und Elberadweg treffen sich an dem Nadelöhr gleich drei touristisch wichtige Stecken, die durch die Region führen. Die alte Brücke soll übrigens noch so lange stehen bleiben, bis der Ersatzneubau fertig ist. Wobei die Gemeinde Aland nicht wegen des Ausflugsverkehrs in den Genuss der Förderung kam, sondern, weil die alte Holzkonstruktion unter den Fluten (zuletzt 2013) gelitten hatte.

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Das wird der neuen Flussquerung erspart bleiben. Zum einen ist sie im Bereich des Stromes gut zwei Meter höher als das Vorgängermodell und reicht damit noch einen Meter über die Deichkronen in der Nachbarschaft. Zum anderen benötigt die 90 Meter lange Konstruktion keine Pfeiler mehr im Flussbett, die dem Wasser, aber auch Treibgut – im schlimmsten Fall Eisschollen – Angriffsfläche bieten.

Mit dem Baufortschritt ist Aland-Bürgermeister Hans-Joachim Hildebrandt zufrieden, zumal die Arbeiten exakt im Zeitplan liegen, der gleich neben seinem Schreibtisch in der Amtsstube hängt. Das Papier sieht übrigens vor, dass die Brücke Mitte Februar 2020 ihrer Bestimmung übergeben werden kann. Dann sollen auch die Arbeiten für die Zuwegungen, für die Uferböschungen und den Abriss der alten Holzbrücke beendet sein. Und nach Rücksprache mit der ausführenden Fachfirma ist derzeit kein Ungemach in Sicht, das vielleicht für Verzögerungen sorgen könnte.

Selbst die ursprünglichen Engpässe beim Bongossi-Holz sollen kein Thema mehr sein. Aus dem witterungsbeständigen Holz wird später der Aufbau gezimmert. Was unter anderem eine Auflage der Fördermittel verteilenden Behörde nach dem Bürgerprotest war.