Tucheim (bsc/mk) l Trotz der Auswilderung ist die Zukunft des Schutzgebietes derzeit noch ungewiss.

Und dabei könne sich die bisherige Bilanz der Wiederansiedlung des Großvogels sehen lassen. „Während vor zehn Jahren nur noch vereinzelt Großtrappenhennen im Fiener Bruch beobachtet wurden und die Art damals in Sachsen-Anhalt vor dem Aussterben stand, wurden hier in diesem Frühjahr wieder 61 Großtrappen gezählt“, resümiert der Geschäftsführer des Vereins Großtrappenschutz, Henrik Watzke. Das sei das Resultat intensiver Bemühungen des Fördervereins Großtrappenschutz, der seit dem Jahr 2009 mit Fördergeldern aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) das Schutzprojekt für die Großtrappe im Fiener Bruch koordiniert.

Besonders wichtig für das Überleben der Art sei die Akzeptanz und Unterstützung von Landnutzern, Jägern und den Einwohnern, so Watzke weiter. Das Jerichower Land bereite derzeit eine neue Vereinbarung vor, die alle Akteure im Lebensraum der Großtrappe für das gemeinsame Ziel einer überlebensfähigen Population in Sachsen-Anhalt vereinen soll. Henrik Watzke: „Einige Landnutzer, Jäger und deren Verbände haben schon Bereitschaft signalisiert, die Vereinbarung zu unterzeichnen. Das Land Sachsen-Anhalt hat damit starke Partner und eine gute Basis, um seiner Verpflichtung zur Erhaltung der Art gerecht zu werden. Das reicht aber nicht.“

So lange Großtrappen in Sachsen-Anhalt zu wenig natürlichen Nachwuchs haben, müssten gefährdete Gelege aufgenommen, die Jungen per Hand aufgezogen und lange Zeit betreut werden, bevor sie sich an den Wildbestand angeschlossen haben.

Projekt läuft aus

Ende September läuft das laufende, mit ELER-Mitteln finanzierte Schutzprojekt aus. Wann die nächsten Anträge auf Förderung eingereicht werden können, ist ungewiss. „Die Förderrichtlinien Sachsen-Anhalts liegen bei den EU-Behörden, müssen dort bestätigt werden. Vor demselben Dilemma stand man schon einmal vor einem Jahr. Damals konnte das Land das Projekt mit ELER-Mitteln, die nicht abgefordert wurden, weiterführen.

Mit der Auswilderung ist Förderverein dennoch optimistisch. „Denn Umweltminister Hermann Onko Aikens hat sich bei unserem letzten Gespräch für den Großtrappenschutz ausgesprochen“, sagte Watzke. Das Vertrauen aller Projektpartner dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden. Internet: www.grosstrappe.de