Burg l Der 45-Jährige musste sich vor dem Burger Amtsgericht wegen einem versuchten Pkw-Diebstahl, Tankbetrug und wegen einer Straßenverkehrsgefährdung verantworten. Eine hohe Strafe für Vergehen, die er alle an einem Tag begangen hat. Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch: „Diese Strafe hat er sich, auch in dieser Höhe, wirklich verdient.“

Am Vormittag des 21. August wollte der 45-Jährige ein abgestelltes Fahrzeug der Deutschen Post AG in Parchau entwenden. Der Mitarbeiter der Post hatte sein Fahrzeug in der Chausseestraße abgestellt, um Briefe zu verteilen. In dieser Zeit stieg der Tscheche in das Auto und fuhr rückwärts. Als der Postmitarbeiter den Diebstahl bemerkte, rannte er dem rollenden Fahrzeug hinterher, fasste durch ein geöffnetes Fenster hinein und wollte den Fahrzeugführer zum Anhalten bewegen. Dabei wurde der Geschädigte noch einige Meter mitgeschleift und verletzt. Zusätzlich stieß der Beschuldigte während des Rückwärtsfahrens noch mit einem 72-jährigen Radfahrer zusammen. Dieser stürzte, blieb aber unverletzt. Der unberechtigte Postauto-Fahrer fuhr schließlich mit dem Heck gegen eine Hauswand. Hier endete der Fluchtversuch. Bei dem hinlänglich bei der Polizei bekannten Mann wurde eine Alkoholisierung von mehr als 0,5 Promille festgestellt. „Nach der Tat wurde die Identität festgestellt, aber er wurde nicht eingesperrt“, erklärt der Polizeisprecher.

Und das nutzte der 45-Jährige am gleichen Tag noch aus. Zwischen 17 und 18 Uhr klaute er von einem Firmengelände in der Woltersdorfer Straße in Körbelitz einen Opel-Transporter. „Das Auto war nicht verschlossen. Wie beim Postauto hat er einfach den Moment ausgenutzt, als keiner ihn beobachtet hat“, erklärt Kriebitzsch. Mit dem gestohlenen Wagen fuhr der 45-Jährige Tscheche bis nach Genthin, wo er in der Friedenstraße für 40 Euro Diesel tankte. Ohne zu bezahlen. Die alarmierten Polizisten konnten den flüchtigen Dieb dann auf der Bundesstraße 107 in Gewahrsam nehmen. „Dieses Mal stellten die Kollegen einen Atemalkoholwert von mehr als zwei Promille fest“, sagt Kriebitzsch. Nach der zweiten Tat wurde dann allerdings Untersuchungshaft erlassen.

Eine Situation, an die sich der 45-jährige Tscheche in den nächsten Wochen und Monaten gewöhnen muss. „Letztendlich wurde das Gesamtpaket der Vergehen bewertet, darum kommt auch die Höhe zustande. Eine verminderte Schuldfähigkeit sei bei dem Täter nicht festzustellen gewesen. „Er hat auf jeden Fall eine kriminelle Ader und ist nicht das erste Mal mit dem Gesetz in Konflikt geraten“, sagt Kriebitzsch. Eine Freiheitsstrafe habe er bereits im Gefängnis abgesessen, so der Polizeisprecher.