Burg/Genthin/Zerbst l „Wir sind nicht Pegida, mit denen wir immer wieder verwechselt werden, aber wir sind anders. Wir sind nicht eingeengt auf das im Land vorherrschende Thema Flüchtlingspolitik.“ So wagte Olaf Walker, Kreisvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) aus Biederitz, einen ersten Umriss der Partei auf dem Kreisparteitag jüngst in Schopsdorf. Es ginge der AfD auch um Familie, Heimat, saubere Umwelt und Landwirtschaft. Traditionelle Facharbeiter- und Handwerksberufe sollten aufgewertet werden.

Der Kreisverband ist erst im März gegründet worden. Er hat nach eigenen Angaben 15 Mitglieder. „Wir sind keine Berufspolitiker, wir sind engagiert, wir können es sicher noch besser machen“, schätzt er die bisherige Arbeit ein. Zugleich verwies er darauf, dass „es Interesse an uns gibt, wie jüngst beim Infostand in Loburg“.

Walker, Lokführer und Mitglied der Gewerkschaft der Lokführer (GdL), kündigte eine Herbstoffensive an, die AfD bekannter zu machen.

AfD-Basis soll Richtungskampf entscheiden

Berlin/Kiel - Die Alternative für Deutschland (AfD) will ihren Richtungskampf auf dem nächsten Bundesparteitag von den Mitgliedern entscheiden lassen - wenn die Basis die dafür nötigen 150 000 Euro spendet.

  • Die goldene D-Mark spülte der AfD eine Menge Geld in die Parteikasse. Foto: Torsten Leukert/Archiv

    Die goldene D-Mark spülte der AfD eine Menge Geld in die Parteikasse. Foto: Torsten Leukert/Ar...
    Quelle: dpa

  • AfD-Gold: Mit dem Goldverkauf hat die Alternative sehr ordentliche Gewinne gemacht.

    AfD-Gold: Mit dem Goldverkauf hat die Alternative sehr ordentliche Gewinne gemacht.
    Quelle: Ingo Wagner/Archiv

Alternative für Deutschland: Euro war hist...

Berlin - Raus aus dem Euro: Mit dieser Forderung will die neue Partei Alternative für Deutschland (Afd) in den Bundestag. Auf ihrem Gründungsparteitag in Berlin verabschiedete die AfD ihr Wahlprogramm, in dem eine "geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes" gefordert wird.

  • Der Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke auf em Gründungsparteitag der Alternative für Deutschland.

    Der Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke auf em Gründungsparteitag der Alternative für D...
    Quelle: Marc Tirl

  • Das Logo der Partei Alternative für Deutschland (AfD): Die Partei fordert das Ende des Euro.

    Das Logo der Partei Alternative für Deutschland (AfD): Die Partei fordert das Ende des Euro.
    Quelle: Peter Endig

„Wir wollen unseren Aktionsradius erweitern“, betonte Vorstandsmitglied Gordon Köhler aus Lübs. Es werde ein Imagekampagne geben. Bevor die „heiße Phase“ im Wahlkampf ab Januar beginne, solle es monatlich zwei öffentliche Auftritte geben.

Direkte Demokratie

Köhler stellte einige Eckpunkte des Wahlprogrammes der AfD für Land und Kreis vor. „Zusammengenommen ist es das, was uns auf der Seele brennt“, betonte er. Demnach will die AfD unter anderem die Stärkung direkter Demokratie, der lokalen Gemeinschaft und der Identität. Die Familie soll gestärkt werden, etwa mit einem Familiensplitting im Steuerrecht. Sie spricht sich für ein Recht auf Asyl aus, aber gegen Missbrauch und unkontrollierte Zuwanderung. Sie ist gegen Inklusion und Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine. Die Polizei soll gestärkt werden. Opferschutz sollte Vorrang haben vor Täterschutz.

Die AfD wird in allen drei Wahlkreisen, die das Jerichower Land betreffen, mit eigenen Direktkandidaten in die Landtagswahlen im März 2016 ziehen. Für den Wahlkreis 23 (Zerbst-Gommern-Aken) soll ein Kandidat aus der Region Zerbst über den Kreisverband Anhalt-Bitterfeld bestimmt werden. Das steht noch aus.

Der Burger Oliver Finzelberg (29), bis zu seinem AfD-Eintritt parteilos, bewirbt sich für die AfD um das Direktmandat im Wahlkreis 6 (Burg). Das wurde in Schopsdorf einstimmig beschlossen (Volksstimme vom 26. Oktober). Finzelberg wurde als Beisitzer in den Kreisvorstand gewählt.

Finzelberg stammt aus Burg und ist Vater einer Tochter. Der frühere Handballer bei Fortschritt Burg war Soldat, unter anderem ein halbes Jahr im Afghanistan-Einsatz in Kunduz mit Fallschirmjägern und Panzertechnikern. Er ist selbständiger Unternehmensberater. „Wir sind normale Bürger, kommen aus ihrer Mitte, wir sind keine Nazis“, sagte Finzelberg. Die AfD sei mehr als das wichtige Thema Asyl. Er habe sich schon immer für Politik interessiert, bilde sich gern seine eigene Meinung. „Ich bin unzufrieden und will etwas tun. Ich traue mir das zu“, benannte er seinen Antrieb. „Es wird Zeit, dass wir Jüngeren mal das Sagen bekommen“.

Der Tangermünder Ulrich Siegmund tritt für die AfD im Wahlkreis 5 (Tangermünde, Genthin, Tangerhütte) an. Der Kreisverband Stendal hatte ihn einstimmig als Direktkandidat bestätigt.

Ulrich, der BWL und Wirtschaftspsychologie studiert hat, ist selbständig. Anfang vergangenen Jahres trat er nach mehrjähriger Mitgliedschaft aus der CDU aus. Diesen Schritt begründet er mit Fehlentwicklungen in der CDU, nennt dabei vornehmlich die Euro-, Familien- und Asylpolitik.