Möckern l Nein, die alte Eiche werde nicht ganz abgeholzt, beruhigte gestern Möckerns Stadtbürgermeister und derzeitiger Bauamtsleiter Frank von Holly. Dennoch rückten Bauhofmitarbeiter der etwa 130 Jahre alten Eiche vor dem Verwaltungssitz mit Hubsteiger und Kettensäge zuleibe. Es galt, den Baum zurückzuschneiden und den Stamm zu entlasten.

Denn: Vor wenigen Tagen wurde im Stamm ein großer und tiefer Riss entdeckt. Er reicht vom Fuß bis auf etwa drei Meter Höhe. Der Verlauf und die Tiefe des Risses lassen vermuten, dass der Spalt sich vergrößert und im Inneren bereits Pilz angesetzt hat.

Mit der Maßnahme eines Entlastungsschnittes soll versucht werden, den schräg gewachsenen Baum noch für vielleicht zehn bis 15 Jahre zu erhalten. „Auch wenn er jetzt sehr viel schlanker ist als zuvor“, so Frank von Holly gestern. Er zieht einen Vergleich zu der zweiten alten Eiche, die bis vor ein paar Jahren der Zwillingsbaum der nun behandelten Eiche war. Auch hier waren bereits Anfang der 1990er Jahre bei einer Baumschau deutliche Schäden festgestellt worden. Mit einem radikalen Pflegeschnitt konnte der Baum fast 17 Jahre weiter stehen bleiben. Erst im Jahr 2008 wurde der unter Naturschutz stehende Riese aus Gründen der Gefahrenabwehr gefällt und an seiner Stelle eine neue Eiche gepflanzt.

Bereits im September 2014 waren die alten Eichen auf dem Loburger Marktplatz ebenfalls stark zurückgeschnitten worden, nachdem ein herabfallender, schwerer Ast einen Stadtmitarbeiter fast getroffen hätte. Es handelt sich bei dem mächtigen Baum um die so genannte „Friedenseiche“.

Sie wurde am 19. Oktober 1813 nach Ende der Befreiungskriege gepflanzt. Die vom Rathaus gesehen rechte Eiche, unter der ein Findling an die Patenschaft mit Ostbevern erinnert, wird im Volksmund auch die Franzoseneiche genannt. Sie wurde im Jahr 1871 gepflanzt.

Bislang von solchen Gefahrenabwehrmaßnahmen verschont blieb ein uralter Baumriese am Rande von Klein Lübars. Fern jeder Straße oder Wege steht eine mächtige Eiche am Feldrand. Das Alter der Eiche wird auf etwa 800 Jahre geschätzt. Die Spannweite der gegenüberliegenden Äste beträgt etwa 35 Meter. Der Umfang des Stammes auf 1,30 Meter Höhe beträgt stolze 6,10 Meter.