Gommern l Gustav und Gustine gehen mit gutem Beispiel voran. Er trägt die Schutzausrüstung mit Arm- und Schulterstück für die Schutzhundprüfung. Sie hat sich mit Westernhut und Westernstiefeln ebenfalls herausgeputzt. Die Figuren empfangen die Besucher in den Ausstellungsräumen des Heimatvereins Gommern in der Walther-Rathenau-Straße. „Rund ums Tier“ heißt es in den nächsten Monaten. Dabei stehen Gommeraner Persönlichkeiten ebenso im Mittelpunkt wie Vereine und natürlich die Tiere selber.

Eine der Persönlichkeiten ist Hundezüchterin Monika Felsche, deren Zwerg- und Riesenschnauzer sie weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht haben. 2017 kann sie ihr 50-jähriges Züchterjubiläum feiern. Zu sehen sind unter anderem ihre Baron von Gingis Gedächtnismedaille und die Urkunde für ihre Ehrenmitgliedschaft im Pinscher-Schnauzer-Klub. Von ihren zahlreichen Auszeichnungen als Züchterin hat Monika Felscher einen ganzen Wandbehang mit Ansteckern zur Verfügung gestellt.

Gleich daneben lässt sich eine weite Reise zurück in der Zeit unternehmen. In der Vitrine stehen Pokale aus den Jahren 1950, 1951 und 1969, die den Kaninchenzüchter Walter Brode unter anderem zum Vereinsmeister küren.

Zu den erfolgreichsten Züchtern aus Gommern überhaupt zählt Horst Schwalm, der zudem 45 Jahre lang Vorsitzende des Kleintierzuchtvereins Gommern G 96 gewesen ist.

Neben den Pokalen, Urkunden und Medaillen hat der Heimatverein viele Ausrüstungsgegenstände zusammengetragen. So können die Besucher sehr gut die Unterschiede zwischen einem normalen Reitsattel und einem Westernsattel erkennen.

Der Reiterhof Dame aus Wahlitz und Nannett Scholz aus Gommern, die heutige G 96-Vorsitzende, trugen wie Monika Felsche und Horst Schwalm mit vielen Exponaten zur Ausstellung bei.

Mit dem Prunkgeschirr, einer echten Kutscherlampe und alles, was es zur Pferdepflege bedarf, fehlt eigentlich nur noch das echte Tier in der Ausstellung.

Aber auch das wird es in einem gewissen Sinne geben. Zu den Themennachmittagen, die der Heimatverein 2016 plant, kommen die Besucher mit den Tieren und ihren Menschen eng inKontakt.

„Rund ums Tier“ räumt darüber hinaus weniger angenehmen Themen Platz ein. „Jeder, der mit Tieren zu tun hat, kennt das Problem: Zecken“, erklärte Silke Fuchs vom Heimatverein, die großen Anteil an der Ausstellung hat. Modelle zeigen die Zecke vor und nach der Blutmahlzeit. In Steckbriefen werden weitere Parasiten wie der Floh oder die Sandmücke vorgestellt.

„Es lohnt sich immer wieder, die Ausstellung zu besuchen, weil im Laufe der Zeit immer neue Exponate hinzukommen“, setzte Silke Fuchs hinzu. Die Gommeraner Tierarztpraxis unterstützte den Heimatverein so weit es möglich war. So sind Blicke auf Schädel von Hund und Hausschwein möglich und Modelle machen den Unterschied zwischen einem gesunden und kranken Hundegebiss (mit Zahnstein und Zahnfleischentzündung) deutlich. Auch einen Spulwurm gibt es zu sehen.

„Wir hoffen, dass sich beispielsweise Schulklassen für unsere Ausstellung interessieren“, sagte Silke Fuchs. Zusätzlich zu den üblichen Öffnungszeiten können separate Führungen durch die Räumlichkeiten vereinbart werden. Außerdem freuen sich die Vereinsmitglieder, wenn Besucher weitere Exponante mitbringen, mit denen sie die Schau rund ums Tier ergänzen wollen.

Der Dank des Heimatvereins gelte allen, die zum Gelingen der Schau beigetragen haben und nicht zuletzt der Stadtverwaltung Gommern, die die Räumlichkeiten zur Verfügung stelle, sagte Silke Fuchs. Brigitte Vogt hat wieder mit viel Geschick Gustav und Gustine eingekleidet.