Burg l Beim geplanten Umbau des historischen Schulgebäudes in der Burger Innenstadt wird es zwei Bauherren geben: einmal die Johannes-Schulstiftung für das Schulgebäude und die Nebenanlagen, zum anderen die Stadt Burg für die Turnhalle. Dennoch erhielten die Mitglieder des Bau- und Vergabeausschuss des Burger Stadtrates durch den beauftragten Dessauer Architekten Prof. Dr. Wolfgang Kühn auch einen Einblick in die Gesamtplanung, die unter anderem eine Neugliederung der Fassade zur Schartauer Straße vorsieht und möglicherweise einen Ersatzneubau zur Jacobistraße, wenn das vorhandene Fachwerkhaus nicht mehr sanierungswürdig sein sollte (siehe Abbildungen).

Die Sanierung und Modernisierung der Turnhalle wird etwa eine Million Euro kosten, wobei die Stadt Burg mit 50 Prozent Fördermitteln kalkuliert. Die Stadt ist Bauherr, weil die Turnhalle nach ihrer Sanierung vorrangig durch den Vereinssport genutzt werden soll und erst nachrangig für den Schulsport der evangelischen Grundschüler. Tonangebender Verein in der Halle wird dann der TSV Einheit Burg sein, mit Angeboten wie Seniorensport, Rehasport, Gymnastik, Turnen, Aerobic usw. „Denn es handelt sich bei dem Objekt mehr um eine Turnhalle als um eine Sporthalle“, so Prof. Kühn. Ballsportarten sind in der nicht normgerechten, historischen Halle nicht möglich. Für die Grundschüler wird es deshalb auf dem Schulgelände ein „Mehrzweckspielfeld“ (Bolzplatz) geben.

Prallwand und Akustikdecke

Für die geplante Nutzung durch kleinere Sportgruppen und den Schulsport stehen künftig 163 Quadratmeter Hallenfläche zur Verfügung. Diese Fläche könnte dann nochmal in zwei Teilbereiche getrennt werden, um eine Doppelbelegung möglich zu machen. Weiterhin sind eine umlaufende Prallwand zur Reduzierung der Verletzungsgefahr und eine abgehängte Akustikdecke zur Verringerung der Nachhallzeit und Verbesserung der Sprachverständlichkeit vorgesehen.

Bilder

Außer der eigentlichen Halle gehören ein barrierefreier Zugang, Büro-, Aufenthalts-, Lager- und Archivräume im Kellergeschoss sowie Geräteraum, Umkleiden, Sanitärbereiche und ein behindertengerechtes WC im Erdgeschoss zum städtischen Projekt. Nicht nur in die Halle, sondern auch in alle Nebenräume soll ein barrierefreier Zugang gewährleistet werden. Durch die direkte räumliche Zuordnung der Umkleide- und Sanitärräume zur Sporthalle soll es für die Nutzer „kurze Wege“ geben. Mit einem Baustart kann im Sommer gerechnet werden.

Sven Wagener, Sachgebietsleiter Stadtplanung/Städtebauförderung in der Burger Verwaltung, weist aber darauf hin, dass „die Planungen hinsichtlich der Genehmigungsfähigkeit nach der Gestaltungssatzung noch nicht beurteilt sind bzw. mögliche Befreiungen noch nicht erörtert“ wurden. Diese Diskussionen stehen also noch aus. Sie betreffen allerdings nicht die Sporthalle, sondern den eventuellen Ersatzneubau in der Jacobistraße bzw. die neue Fassade zur Schartauer Straße hin.

Die Evangelische Grundschule Burg besteht seit 2010 und ist bisher auf Gut Lüben beheimatet. 2017 soll der Umzug ins Stadtzentrum erfolgen. Aktuell befinden sich 29 Schulen in Thüringen und Sachsen-Anhalt mit 5650 Schülern in Trägerschaft der Evangelischen Schulstiftung in Mitteldeutschland und der Evangelischen Johannes-Schulstiftung: 16 Grundschulen, sieben Regelschulen/Sekundarschulen, sechs Gymnasien und eine Gemeinschaftsschule.