Der Verein „wünschdirwas“

Seit 25 Jahren erfüllen viele ehrenamtliche Helfer und vier Mitarbeiterinnen in Köln schwer erkrankten Kindern und Jugendlichen Herzenswünsche.

Dabei arbeitet der Verein bundesweit mit Ärzten und Therapeuten von über 90 Krankenhäusern, Kinderkliniken und Hospizen in nahezu allen Bundesländern zusammen.

Erfüllt werden vielfach bewährte Herzenswünsche wie einmal einen Tag lang Prinzessin sein oder die deutsche Fußballnationalmannschaft treffen. Aber auch kuriose Träume, wie ein Känguru zu streicheln oder mit der Oma auf einem Elefanten zu reiten, versucht der Verein wahrzumachen.

In den vergangenen 25 Jahren wurden insgesamt über 7000 Wünsche erfüllt.

Wenn auch Sie ein krankes Kind mit einem Herzenswunsch melden möchten, dann gibt es auf der Internetseite alle Fragen und Antworten:

www.wuenschdirwas.de

Burg/Oschersleben l Es rumpelt im Fahrzeug während der Fahrt über das Gelände in der Nähe der Burger Clausewitz-Kaserne. Der Matsch spritzt an das Kettenfahrzeug, das sich sehr schnell über den holprigen Untergrund des Übungsplatzes bewegt. In diesem Fall üben die Burger Soldaten nicht den Ernstfall, sondern erfüllen einen Herzenswunsch.

Mit seiner Mutter Jeanette und seinem Onkel Sandro war Dustin in der vergangenen Woche über den Verein „wünschdirwas“ in die Clausewitz–Kaserne nach Burg gekommen. Sein großer Traum: Einmal auf „Ketten“ durch das Gelände fahren. Der junge Mann aus Oschersleben leidet seit seinem neunten Lebensjahr an Epilepsie. Mehrfache Anfälle täglich begleiteten ihn und schränkten seine Entwicklung stark ein. Im vergangenen Jahr kam Dustin infolge eines durch seine Krankheit verursachten Fahrradsturzes in das Universitätsklinikum nach Magdeburg. Hier kam dann der Kontakt mit „wünschdirwas“ zustande. „Nachdem wir anfangs nichts weiter gehört hatten, waren wir schon fast dabei die Hoffnung aufzugeben. Umso schöner war Mitte des Jahres die Nachricht, dass wir mit Dustin hier zu den Soldaten nach Burg kommen können“, erinnert sich Dustins Mutter Jeanette.

Unter der Leitung von Oberstabsfeldwebel Frank Borowsky, der das Projekt für das Logistikbataillon 171 plante, gab es für Dustin zunächst eine Führung durch die Werkstatthallen des Standortes. Hier konnte er sich über die verschiedenen Fahrzeuge informieren und durfte schon mal Probesitzen für die spätere Rundfahrt auf einem Bergepanzer. „Die Aktion war mir eine Herzenssache. Die Soldaten haben sich sofort freiwillig bereit erklärt, bei der Umsetzung des Projektes zu unterstützen“, sagt Oberstabsfeldwebel Borowsky. Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit den Soldaten und frisch gestärkt war es dann soweit.

Bilder

Ausgerüstet mit Helm und Schutzbrille ging es für Dustin hinaus auf den standorteigenen Übungsplatz, wo schon der Bergepanzer mit seinem kraftvoll dumpfen Motorenklang auf den jungen Mann wartete. Ob über steile Hügel oder durch flussbettartige Senken, nichts ließen die Burger Soldaten aus, um Dustin das gesamte Fahrspektrum des rund 830 PS starken und 40 Tonnen schweren Stahlkolosses zu demonstrieren.

Bereits 2013 Wunsch erfüllt

Undine Dingthal von der Kinderstation am Universitätsklinikum in Magdeburg nimmt nunmehr schon 13 Jahre lang, ehrenamtlich die Wünsche der Kinder und Jugendlichen für „wünschdirwas“ auf und begleitet diese seit einem Jahr auch aktiv bei der Umsetzung der Projekte. „Es ist einfach dieses Strahlen in den Augen und die Freude in den Gesichtern der Kinder, wenn wir ihnen wie heute mit der Unterstützung der Bundeswehr, ihre Wünsche erfüllen, dass mir so viel Freude an meiner Tätigkeit bereitet“, sagt die gelernte Ergotherapeutin.

Bereits 2013 haben die Soldaten der Clausewitz-Kaserne einem kranken Jungen einen ähnlichen Wunsch erfüllt. „Wir freuen uns natürlich immer, wenn wir aktiv etwas für karitative Zwecke oder eben auch solche Projekte tun können“, sagt Pressesprecher Jens Albrecht. Durch die verschiedensten Einsatzverpflichtungen und sonstigen Aufträge müssten solche Anfragen immer geprüft werden. „Wir versuchen aber im Rahmen unserer Möglichkeiten, solche tollen Projekte zu unterstützen und somit unseren Beitrag für die Bevölkerung in der Region zu leisten“, betont Albrecht.

Zum Abschluss des großen Tages in der vergangenen Woche überreichten die Soldaten Dustin dann noch ein Wappen des Logistikbataillons und verliehen ihm die Urkunde zum Ehrenpanzerfahrer. „Das Fahren durch die riesigen Pfützen hat mir am meisten Spaß gemacht“, sagt Dustin mit einem breiten Lachen im Gesicht.