Möckern l Dienstagmittag hat es in einer Wohnung im Schloss Möckern aus bisher ungeklärter Ursache gebrannt. Ein Bewohner wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Die etwa 90 Kinder, die den Hort besuchten, konnten in Sicherheit gebracht werden. Sie wurden im Rathaus untergebracht. Die Wohnung ist derzeit unbewohnbar.Gegen 13 Uhr rasten vier Fahrzeuge der Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei zu der Grundschule im Schloss. Schwarzer Rauch quoll aus den Fenstern der rückseitig gelegenen Hausmeisterwohnung. Ein Bewohner, der zum Zeitpunkt des Feuers seinen Mittagsschlaf machte, wurde durch das Schrillen des Rauchmelders geweckt und konnte sich so noch rechtzeitig selbst in Sicherheit bringen. Die Katze der Familie überlebte das Feuer dagegen nicht.

„Die Rauchmelder waren erst kürzlich in der Wohnung eingebaut worden“, sagte gestern der Möckeraner Stadtwehrleiter Torsten Quandt: „Ohne diesen Alarm hätte der Mann wohl keine Chance gehabt“, schätzt er. Der Mann wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht.

16 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Möckern löschten den Brand, der in der Küche entstanden war, und entlüfteten die stark verqualmte Wohnung. Zunächst waren weitere Freiwillige Ortsfeuerwehren alarmiert worden, doch angesichts der ausreichenden Mannschaftsstärke aus Möckern wieder abbestellt.

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Technischer Defekt möglich

Zur konkreten Brandursache wurde gestern noch ermittelt. Torsten Quandt nannte einen technischen Defekt in der Küche als mögliche Ursache.

Die Wohnung befindet sich in der unteren Etage des Schlosses Möckern. Das Gebäude wird als Grundschule mit angeschlossenem Hort genutzt. Zum Zeitpunkt des Feuers waren etwa 90 Kinder in dem Haus, die nach dem Unterricht im Hort betreut werden.

Der Brandmelder im Schulgebäude löste angesichts des Brandes nicht aus. Nach Aussagen des Stadtwehrleiters sind die Brandmelder im Schultrakt und in der Hausmeisterwohnung nicht aneinander gekoppelt.

Alarm geschlagen

Der Bewohner der Hausmeisterwohnung war geistesgegenwärtig in den Schultrakt gerannt und hatte Schulleiter Detlef Tamler alarmiert. Tamler hatte dann gleich von seinem Büro aus die normale Schulglocke als Dauerton betätigt. Die Hort-Erzieherinnen, die mit den Kindern in Gruppen in verschiedenen Räumen arbeiteten, verstanden das Signal richtig. „Die Evakuierung der Kinder verlief reibungslos“, sagte gestern Hortleiterin Nicole Streubel. Ein bis zwei mal im Jahr würden solche Brandfälle mit den Kindern geübt.

Schnell waren die Kinder aus den Horträumen und dem Sportraum ins nahegelegene Rathaus gebracht und dort betreut worden. „Die Gruppenleiter wissen zu jeder Zeit, wieviele Kinder sie betreuen“, erklärt Hortleiterin Nicole Streubel. „Nach dem Alarm sind zwei von uns auch jeden Raum abgelaufen, um zu kontrollieren, ob sich ein Kind noch irgendwo aufhält oder versteckt hat“, so die Leiterin weiter.

Nachdem die Einsatzleitung der Feuerwehr Entwarnung gegeben hatte, konnten die Kinder wieder in die Grundschule zurückkehren.