Gübs/Heyrothsberge/Königsborn l In den letzten Tagen sind die Ortschäftsräte von Heyrothsberge, Gübs und Königsborn zu diesem Projekt angehört worden. Schon seit Jahren fordern die Einwohner von Gübs und vor allem von Klein Gübs ein Schöpfwerk. Es soll dafür sorgen, dass bei bestimmten Wetterlagen und/oder Hochwasser Oberflächenüberschwemmungen reduziert werden und Häuserkeller trocken bleiben. Vor Jahren ist eine Bürgerinitiative gegründet worden.

Das Verfahren hatte vor rund drei Jahren auch den Gemeinderat erreicht. Der jedoch lehnte einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung einer solchen Hebestation, die das in der Alten Ehle angestaute Wasser im Hinterland in den Elbe-Umflutkanal bei Heyrothsberge befördern soll, zunächst ab. Zuvor sollten Experten untersuchen, ob ein Hebewerk diese Ziele erreichen kann.

Nunmehr liegen zwei Gutachten zu dem Projekt vor. Diese können gegensätzlicher nicht sein.

Nutzen nicht sicher

Eine Projektvorstellung des Schöpfwerkes und der damit verbundenen Sanierung des Endverlaufs der Alten Ehle durch das beauftragte Ingenieurbüro listet technische Parameter auf, die den Schluss zulassen, dass so viel Wasser gepumpt werden könnte, dass Äcker und Keller rund um Gübs, Klein Gübs und Königsborn trocken oder trockener bleiben würden. Eine verbindliche Zusicherung dafür gibt es aber nicht.

Eine Stellungnahme des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) mit vielen Fachausdrücken und Hinweisen auf Gesetzlichkeiten macht auf Fehler und Unkorrektheiten in den Unterlagen des Ingenieurbüros aufmerksam. Insgesamt kommt das LHW zu dem Urteil, dass aufgrund der hydrologischen Bedingungen mit einem Schöpfwerk der Grundwasserspiegel nicht gesenkt und die Keller nicht trocken gehalten werden können.

Dieser Auffassung folgte die Mehrheit der Gübser Ortschaftsräte nicht. Man solle die Chance auf rund eine Million Euro Fördergelder nicht aus der Hand schlagen, so die mehrheitliche Einschätzung. Die Ortschaftsräte von Heyrothsberge und Königsborn stimmten dem Grundsatzbeschluss für ein Schöpfwerk nicht zu. Dort sah man es als belegt an, dass die Schutzziele nicht erreicht würden. Die Gemeinde müsste das Projekt mit rund 500 000 Euro kofinanzieren. Hinzu kämen die Planungskosten von bisher unbekannter Höhe.